geschlummert; sie sollen fürderhin Ruhe finden in der Kapelle vonHartenburg."
„Gebe Gott, Herr Graf, daß dieses Abenteuer nicht als un-rechtmäßige Gewaltthat erfunden werde."
„Wie, zweifelst Du jetzt erst daran, nachdem das Werk nahezuvollendet ist?"
„Bei der heiligen Messe! Ein Krieger von Rhodus eignet sichbesser dazu, gegen die Turbanköpfe der Ungläubigen zu Felde zuziehen, als die Edeln seines eigenen Hauses so ohne Umstände ausihrem langen Schlafe zu wecken."
„Du kannst Dich nach meiner Veste zurückziehen, Herr Albrecht,wenn Dein Arm schon müde ist," versetzte Emich mit Kälte. „Dortkann Dich kein Bannstrahl erreichen."
„Das wäre ein armseliges Entgelt für Deine sreimüthige Gast-freundschaft, Vetter, denn ein fahrender Ritter hält'S mit dem letz-ten Freunde, wenn auch allgemeine Pflichten darunter etwas Nochleiden. Wir Jnselritter wissen gar wohl, daß ein Rückzug, wenner ehrenvoll seyn soll, auch ordnungsmäßig und nicht zur Unzeitzu geschehen hat. Ich weiche nicht.von Dir in dieser Stunde,Emich; sprich also nicht weiter davon. Dieß war das Bild desguten Bischofs, der unserer Familie angehörte?"
„Er verwaltete, glaube ich, ein derartiges ehrwürdiges Amt;aber sprich von ihm wie Du willst. Niemand kann ihm nachsagen,daß er ein Benedictiner war."
„Da diese Kirche einmal zerstört werden sollte, Vetter, so wärecS besser gewesen, unsere Vorfahren hätten einen andern geweihtenBoden für ihren Staub gesunden. In der That, wir geschworenenKrieger führen ein gar ungleiches Leben! Es sind jetzt etwa zwölfMonate, daß ich als pflichtgctreuer Rhodiser bis an die Kniee imWasser stand und einen guten Graben gegen diejenigen aufwarf,die in ihrem Glauben an die Huris nichts von Christus wissenwollen; und jetzt stehe ich leibhaftig hier, um zuzusehen (denn ehr-