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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Hölle angezettelt hat und der seinen Ursprung fand in dem frucht-baren Gehirn des nie ruhenden Vaters der Sünde. Ihr seyd Eu-rem Herrn aus der Ferse gefolgt und ergeht Euch in eitler Freudeüber eine sichtbare aber ohnmächtige Gewalt, indem Ihr, EuresGottes vergessend, freventlich nach dem Gewinn Eures unheiligenUnternehmens lechzet."

Bei der Messe, Priester," unterbrach ihn Emich,Du hastuns heute schon einmal eine Predigt zum Besten gegeben, und dieZeit drängt. Wenn Du einen Feind im Rückhalte hast hervormit ihm; aber Deines kirchlichen Amtes sind wir satt."

Einen Augenblick, verlorner Emich, ist Deineni vermessenenWillen Raum gegeben worden, aber jetzt kommt das Gericht.Siehst Du diesen Schrein voll köstlicher Reliquien? Hast Du ver-gessen, daß Limburg reich ist an solchen heiligen Ueberresten, unddaß ihre Kräfte noch nicht erprobt sind? Wehe dem, der über ihreHeiligkeit spottet und ihre Gewalt verachtet!"

Halt ein, Johann!" rief der Graf hastig, als er sah, daßder Mönch im Begriff war, einige jener wohlbekannten Ueberrestevon Sterblichkeit zu enthüllen, welchen die römische Kirche damals,wie es auch heutzutage noch geschieht, eine wunderbare Kraft zu-schreibt;es ist jetzt kein Augenblick für dergleichen Narrenthei-dungen."

Nennst Du ein heiliges Amt mit einem so unheiligen Namen?Harre des Ausgangs, schnöder Lästerer unseres ehrwürdigen An-sehens, und triumphire, wenn Du kannst."

Der Graf blickte verstört nach dem Mönche hin, denn seinVerstand vermochte ihn jetzt weit weniger zu unterstützen, als seinEhrgeiz. Die hinten Stehenden begannen gleichfalls zu wanken,denn die Ansichten der Zeit hatten »och nicht tief genug gewurzelt,um den großen Haufen gegen eine derartige Schaustellung kirch-licher Gewalt gleichgültig zu machen. Welcher Unterschied auchin unseren Tagen zwischen den vielerlei christlichen Sekten in Betreff