dieser angeblichen Heiligen sehen. Veiler von Viederbach," fügteer bei, in der Hast des Augenblicks die Anwesenheit dieses geschwo-renen Kreuzritters enthüllend, „sorge Du für unsere Sicherheit,denn der Rhodische Krieg hat Dich mit solchen Tücken vertrautgemacht."
Der Ruf des Grafen, der wie ein Schlachtgeschrei erdröhnte,that dem Werk der Zerstörer Einhalt. Einige beeilten sich,dem Befehle Gehorsam zu leisten, während die meisten klebrigensich hastig in dem Chor versammelten. Es ist gewiß, daß die An-wesenheit von Leidensgenoffen die Macht der Furcht mindert, selbstwenn in Wirklichkeit die Gefahr dadurch erhöht würde: denn ergehört zu den Eigenthümlichkeiten des menschlichen Geistes, daß erin Leid und Freud sich gleich bereitwillig dem Einflüsse der Sympathiehingibt. Sobald Emich so viele seiner Leute um sich her sah,dachte er wenig mehr an die gefürchtete Mine und antwortete, wieer seiner Stellung ziemte, dem Mönch mit größerer Ruhe.
„Du wolltest das Gefolge von Hartenburg hier haben, Vater,"sagte er mit Hohn, „und siehst nun, wie bereitwillig sie herankommen."
„Wollte Gott, es stünden jetzt Alle vor mir, welche den Ketze-reien Gehör geschenkt haben, der heiligen Kirche die gebührendeEhrfurcht versagen, die Macht Noms abläugnen und sich hier aufErden dem Walten des Himmels entzogen wähnen!" versetzte derBenedictiner, indem er die Gruppe von Köpfen, die sich in denStühlen drängten, mit dem leuchtenden aber ruhigen Auge einesMannes musterte, der sich seiner Macht bewußt ist. „Du bist hiermit Hunderten, Graf von Leiningen — wollte Gott, es wären soviele Millionen!"
„Wir sind hinreichend stark für unfern Zweck, Mönch."
„Das wird sich zeigen. Wohlan, so hört nunmehr auf eineStimme von Oben! — Ich rede zu euch, ihr unheiligen und be-reitwillige» Diener dieses ehrgeizigen Ritters — zu euch, ihr irre-geleiteten und unwissenden Werkzeuge eines Planes, den die