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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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des Jammers, die Du auf Deine Nachkommen häufst, und bedenke,daß Du jetzt bloß deßhalb als ein von Leidenschaften gegeißeltes,elendes Wesen hier stehst, weil Du in Deiner Person den Preisder Sünde zahlst, die einer Deiner Vorfahren begangen hat. Wasunser gemeinschaftlicher Stammvater that, wird noch immer anuns, seinen Kindern, gerächt."

Herr Prior, Du erstreckst meinen Stammbaum weit überseine Ansprüche hinaus. Ich bin zwar von fürstlichem Adel, wennDu willst, mag aber doch meine Berechtigungen nicht bis in diedunkeln Zeitalter verfolgen. Wer größer» Ehrgeiz besitzt, als ich,mag in der von Dir gemeinten Weise zahlen; was mich betrifft,so begnüge ich mich mit neueren Ehren."

Emich sprach zwar in scheinbarem Scherze, aber dem auf-merksamen Mönche entging die Unruhe seines Innern nicht.

Wenn Du keine Gedanken für Deine Nachkommen, für Dichselbst und für Deinen Gott hast, Emich," nahm der letztere wiederauf,so erinnere Dich derer, die Dir vorangegangen sind. HastDu Deinen Besuch bei den Gräbern Deiner Familie bereits vergessen?"

Willst Du mich damit fassen, Arnolph? Nur jene geheiligteGruft war es, die seit vielen Monaten Dein Kloster schirmte!"

Und jetzt willst Du ihrer ganz und gar vergessen?"

Frage jene ehrlichen Leute dort, und sie werden Dir sagen,Prior, daß sie keinen Befehl haben, auch nur den geringsten DeinerMarmor-Cherube zu schonen, selbst wenn sie über den Grabmälernmeines eigenen Hauses schwebten."

Dann verzweifle ich in der That daran, Dein Herz rührenzu können," antwortete Pater Arnolph, dem die Folgen eben soschmerzlich nahe gingen, als das Verbrechen selbst.Ich sehe. Dubist in der That von einem erbarmungslosen Wahnwitz ergriffen,und sinnst in gleicher Weise auf unfern wie auf Deinen eigenenUntergang, da Du das Mitleid gegen das Kind nicht minder ver-schmähst als die Liebe zu den Eltern. Emich von Leiningen, ich