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Altäre wurden nicht mehr geachtet und sammt ihren Verzie-rungen schonungslos zerschmettert, als ob die Sieger ihren Haßvon denen, welche hier daS Opfer begingen, auf das gefürchteteWesen übertragen hätten, in dessen Namen die Feierlichkeiten be-gangen wurden.
Der Leser wird sich die Verwirrung und das Getümmel einerderartigen Scene denken können. Während des wildesten TobenSverhüllte Emich sein Gesicht mit dem Mantel und schritt in demChor auf und ab, welchen seine Anwesenheit und vielleicht auch einzurückgebliebener Funke von Hochachtung für den heiligen Platznoch immer gegen Gewaltthat schützte. Nur der Bürgermeisterund Bcrchthold hatten sich ihm angeschloffen; alle klebrigen ver-einigten sich mit denen, welche die Kapellen und Kirchenver-zierungen zerstörten. Heinrich nahm in einem der leeren StühlePlatz, denn der kürzliche Auftritt und die darauf folgende Entfernungseiner Gattin hatten feine Entschlossenheit sehr erschüttert, währenddagegen der junge Förster sich achtungsvoll seinem Gebieter näherte.
»Fühlt Ihr Unruhe, Herr Graf?" fragte der Letztere nacheiner kurzen ehrerbietigen Pause.
Emich ließ den Mantel finken und betrachtete, die eine Handvertraulich auf die Schulter seines jungen Dienstmannes stützend,die reiche Pracht und die gewählte Arbeit des Hochaltars — einAnblick, der in dem gewaltigen Lichte, welches jetzt das ganzeInnere des Gebäudes erhellte, einen doppelt tiefen Eindruck machte;denn nie zuvor hatte sich das Schiff der Kirche schöner ausgenom-men, als eben jetzt in seinen tiefen Schatten und in seinenkräftigen Lichtpunkten.
„Bcrchthold, eS gibt einen Gott!" sagte er, tief ergriffen.
„Nur ein Thor könnte dies bezweifeln, Herr Graf."
„Und er hat seine Diener auf Erden — Diener, die er be-auftragt hat, seinen Willen zu thun und ihm Weihrauch anzuzünden."