und einen Augenblick durchzuckte ihn ein peinliches Mißtrauen gegensein Unternehmen, als das letzte flatternde Gewand durch eine Thüreverschwand, welche nach einem geheimen Pförtchcn führte. Ver-mittelst des letzteren verließen die Benedictiner einen Berg, wo sieso lange in der Ruhe und, wir können Wohl beifügen, in der Ge-mächlichkeit einer reichen und wohlbeschützten Abgeschiedenheit gelebthalten.
Die Eindringlinge nahmen dieses offene Abziehen der ur-sprünglichen Besitzer für ein unzweideutiges Zugeständniß ihresSieges. Kein Moment ist so sehr geeignet, Ausschweifungen her-vorzurusen, als derjenige, welcher die Ungewißheit des Kampfs indie Sicherheit des Triumphes umwandelt; die Gemüther scheinensich denn für alle früheren Zweifel rächen zu wollen, und derMensch schreibt nur allzu gerne die glücklichen Erfolge, welche ererzielt, den ihm inwohnenden guten Eigenschaften zu, die ihm einscheinbares Recht geben, alle Vortheile zu mißbrauchen, die mög-licherweise aus jenen entspringen könnten. Die Gräflichen und dieStädter, von denen viele bis auf den letzten Augenblick die Mönchegemieden hatten, weil ihnen der Volksglaube die Macht vonWunderwirkungen zuschrieb, sahen sich kaum, wie sie glaubten, imunbestrittenen Besitz des Berges, als die Gegenwirkung des ebenberührten Gefühls sie ihren Ungestüm zu erhöhen antrieb und diefür den Augenblick unterdrückten Anstrengungen zu verdoppeln.
Ein zeternder Siegesjubel galt als das allgemeine Signalzur Erneuerung des Angriffs, und unmittelbar darauf folgte Klir-ren der Fenster, Umstürzen alles dessen, was nicht massig genugwar, den ersten, übel geleiteten Anstrengungen zu widerstehen, undeine durchgängige Verstümmelung der Monumente und Bildhauer-arbeiten. Von allen Seiten fielen die Marmor-Cherubim? nieder,Flügel und Gliedmaßen trennten sich von den Engelskörpern, unddie ernsten bärtigen Gesichter vieler geehrten Heiligen wurden zurBeschimpfung und Zertrümmerung verurtheilt. Sogar die unteren