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winden sollte. — „Du bist in Deinem Kämmerlein weit besser anDeinem Platze, gute Ulrika, denn Meta könnte von dem Unterneh-men dieser Nacht Kunde erhalten und in Angst gcrathen. Sogeh denn und beschwichtige das Kind; Du sollst ein Geleite haben,wie es meinem Stande und Deinen Verdiensten gebührt."
„Berchthold, ich berufe mich zum letztenniale aus Dich. Diesergrausame Vater, dieser gleichgiltige Gatte ist zu wahnsinnig aufdie Beschlüsse seines Magistrats und auf die aberwitzige Politik derStadt erpicht, um Gottes eingedenk sehn zu können; aber Duträgst Dich noch mit den Hoffnungen der Jugend und birgst Ge-sinnungen, wie sie für Deine Jahre und für ein biederes Herzpaffen. Glaubst Du, unbesonnener Jüngling, ein Wesen wie Metawerde es wagen, ihr ganzes Erdenglück dem Helfershelfer an die-sem Verbrechen zu vertrauen, wenn das Erbe der Schuld von ihremeigenen Vater auf sie übergehen muß?"
Ein Geräusch unter den Mönchen, die bisher mit einer Auf-merksamkeit zugehört hatten, welche zwischen Hoffnung und Furchtmitten inne schwebte, kam einer weitern Antwort von Seiten deszaudernden Bürgermeisters und seines jungen Gefährten zuvor.Die Bewegung hatte ihren Grund in dem Vortreten einer Gruppe,welche bis jetzt fern in der Dunkelheit des Hauptganges gestandenhatte, aber nun den Moment des Zauderns benützte, um inmittendes Chores zu erscheinen. Sie theilte sich, und ein dicht verhüllterMann trat hervor, welcher alsbald den Mantel zurückwarf, so daßman in seiner Person Emichs von Leiningcn bewaffnete Gestalt er-kennen konnte. Sobald Ulrika den finsteren Blick des Grafen be-merkte, verbarg sie das Antlitz mit ihren Händen und verließ dieKirche. Sie that dies übrigens nicht unbegleitet, denn sowohl ihrGatte, als Berchthold folgte ihr voll Besorgtheit, und keiner vonBeiden kehrte zu dem nächtlichen Werke zurück, bis die trostloseGattin und Mutter dem Schutze eines auserlesenen Bürgerhäufleinsübergeben war.