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Zwanzigstes Kapitel.
»Wer führen will des Himmels Schwcrdt,Muß heilig sehn und streng zugleich."
Maaß für Maast.
Dlie ersten Blicke, welche zwischen Emich und Bonifacius ge-wechselt wurden, erglüheten von allen jenen Leidenschaften, die siegegenseitig so lang verhehlt hatten und die der Leser in einzelnenunbewachten Momenten bei Gelegenheit der kürzlichen Schlemmereidurchblitzen sah. In den Augen des Grafen mischte sich der Aus-druck der Siegesfreude mit dem des Hasses, während die Züge derAbts noch immer eine leichte Maske von Schlauheit und Vorsichtbeibehielten, weil es ihm doch nicht räthlich erschien, erstere jetztschon ganz abzuwerfen.
„Wir haben also Dir diesen Besuch zu danken, Herr Emich,"begann der letztere, indem er sich Mühe gab, ruhig zu erscheinen.
„Und Deinen eigenen Verdiensten, hochwürdiger Bonifacius."
„Was ist Dein Begehr, vermessener Ritter?"
„Frieden für dieses oft beschädigte Thal — Demuih von Sei-ten der Schorküpfe — Religion ohne Heuchelei — und mein gutesRecht."
„Verwegener Mensch, ich will mit Dir nicht vom Himmelreden, denn in solcher Gegenwart wäre jedes Wort eine Got-teslästerung; dennoch, glaube ich, wirst Du die weltliche Politiknoch nicht so ganz aus den Augen verloren haben, um die Strafedes Reichs übersehen zu können. Hast Du Dein Gold wohl ge-zählt, und bist Du überzeugt, daß Deine Truhen hinreichend ver-sehen sind, um das heilige Gebäude wieder aufzurichten, das DeineHand so gerne zerstören möchte — oder meinst Du, Deine Schätzekönnen AsteS wieder ersetzen, was fromme Fürsten im Laufe vonDie Heidenmauer. 28