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Messe anwohnte, welche in dieser Nacht für ihn gelesen wurde —gewiß, D» würdest besser erkennen, wie tief in die Seele eineWunde bohrt, die Gott in seinem Zorne geschlagen hat."
„Das ist höchst seltsam," versetzte der erstaunte Bürgermeister.„Gerade diejenigen, die ich so gut und in einer Art beseitigt zu habenglaubte, daß ich mich keines Argwohns oder irgend einer Störungmeines Unternehmens von ihnen versah, müssen mir in einem Augenblickeentgegentreten, in welchem Alles der Vollendung bereits so nahe ist.Sapperment, junger Berchthold, Du stehst, welch ein Hemmblockder Ehestand auch für den Mannhaftesten ist, trotz des SchwerdteS,das ihn umgürtet."
„Und Du, Berchthold Hintermayer, Sohn meiner theuerstenFreundin — Kind meiner süßesten Hoffnung — auch Du kommstin so unheiliger Absicht, wie ein mitternächtlicher Räuber, der ver-stohlen unbewaffnete Priester überfällt!"
„Niemand liebt oder verehrt Euch mehr, als ich, Frau Ulrika,"antwortete der Jüngling, sich mit aufrichtiger Hochachtung verbeu-gend; „aber wenn Ihr Eure Anrede an Herrn Heinrich richtet, sotrifft sie unmittelbar Den, welcher unsere Bewegungen leitet."
„Dann wird Dich, o Bürgermeister, der Du in dieser Frevel-that den Anführer machst, der Groll des Himmels am schwerstentreffen. Was liegt daran, daß die Benediktiner habgierig, dünkel-haft, hochmüthig, oder in Beziehung auf ihre Gelübde pflichtvergessensind? Ist nicht dieser Tempel Gott geweiht und stehen nicht hierSeine Altäre, vor denen Du mit feindseligem Herzen und böslicherGesinnung zu erscheinen wagst?"
„Geh, gute Ulrika," entgegnete Heinrich, indem er die kalte,aber noch immer schöne Wange seiner Gattin küßte, welche ihrHaupt auf seine Schulter legte, um sich zu sammeln, während siezugleich seine Hand fest mit ihrer eignen umschlossen hielt, alswolle sie seinen Handlungen Einhalt thun. „Geh, Du bist einvortreffliches Weib in Deiner Art, aber was versteht Dein Ge-