sie sichtbar und nach dem gewöhnlichen Gange des Kriegslebens, leichtnach ihrem Werthe geschätzt werden könnten. Es ist männiglichbekannt, daß der Augenblick, welcher dem Losbrechen einer Schlachtvorangeht, auf die Festigkeit des Mannes den erschütterndstenEindruck übt; das Zurückhalten mit den WiderstandSmittcln aberverlängert diesen Moment und erhöht demgemäß die Kraft seinesEinflusses.
Der ganze feindliche Haufen — wir wollen selbst die Führernicht ausnehmen — fühlte die Einwirkung dieser geheimnißvollenRuhe unter den Truppen des Churfürsten, die in der That sopeinlich wurde, daß Alle in einer einzigen Gruppe — in einer Stel-lung also Halt machten, die sie am allerehesten einer Niederlageaussetzen konnte; denn durch die ganze Schaar lief ein dumpfesGemurmel von Minen und Hinterhalten.
Berchthold bemerkte, daß der Augenblick entscheidend war unddie Gefahr einer plötzlichen Niederlage zu besorgen stand.
„Folgt mir!" rief er, indem er sein Schwerdt schwenkte undauf das steinerne Gebäude zusprang, in welchem bekanntlich diechurfürßlichen Soldaten ihr Quartier hatten.
Ihm folgte muthig der Bürgermeister und der Schmied, woraufder ganze übrige Haufen sich ermannte und stürmisch gegen dieThüren und Fenster anrückte. Dem dröhnenden Schlage derSchmiedehämmer folgte ein Knacken der Niegel und Bolzen undunmittelbar darauf drangen die Angreifer in's Innere; aber ihrGeschrei hallte nur von leeren Gewölben wieder. Die Streu, Ueber-reste von Lebensmitteln, die schnöden Ausdünstungen begangenerSchlemmereien und alle die gewöhnliche» ekelhaften Merkmaleeiner schlechtgeordneten Kaserne — denn damals stieg Reinlichkeitund Ordnung nicht weit unter den Stand der Wohlhabenden her-unter — waren zwar noch vorhanden; aber kein Laut beantwortetedas Geschrei, und kein Schwerdt, keine Arkebuse wurde erhoben,um dem Schlage des Eindringlings zu begegnen. Der erste Ein-