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obschon der Protestantismus bereits große Fortschritte gemachthatte, wurde es doch sogar den Anhängern der Reform nicht leicht,die Bande der Gewohnheit und lange bestandener Vorurtheile zuzerreißen. Zu diesem unheimlichen Gefühle kam noch die unerklär-liche Stille, welche noch immer unter den Kriegsleuten herrschte,die, wie Gottlob gesagt hatte, als treffliche Soldaten, wo es galt,bekannt waren. Sie lagen hinter der Wohnung des Abts undwaren zureichend hinter Mauern und unter Gärten verschanzt, umeinen tüchtigen Widerstand leisten zu können.
Aber alle diese Rücksichten bildeten keinen Gegenstand reiferErwägung, sondern zuckten nur vorübergehend im Geiste derFührer auf; denn im Augenblick eines Angriffs pflegt sich nur wenigZeit zum Nachdenken zu finden, namentlich wenn die Angelegenheitenschon so weit gediehen sind, wie in dem gegenwärtigen Falle. DieKriegSlcute stürzten daher gegen den Angriffspunkt los, ohne eineklare Vorstellung von der Gefahr zu haben, obschon sie sich einigenBangenS vor derselben nicht erwehren konnten.
Gottlob hatte augenscheinlich seinen Aufenthalt in der Abteiaus'S Beste benützt, um die verwickelten Windungen der verschie-denen Gänge kennen zu lernen; er stand bald vor der Thüre derAbts-Wohnung, die durch einen einzigen Schlag von DietrichsSchmiedehammer niedergeschmettert wurde, und unmittelbar daraufströmte eine Fluth wilder und, wir dürfen wohl beifügen — gesetz-loser Soldaten durch die leeren Gemächer. Einen Augenblick späterbefand sich die Gesammtmasse der Angreifenden in den Gärten,welche hinter diesem Theile der Wohngebäude lagen.
Wie nichts das Ungestüm mit mehr Erfolg zurückzuwcisenvermag, als eine ruhige Festigkeit, so gibt es ebenfalls nichts, waseinen Angriff nachdrücklicher zurückzuschrecken im Stande wäre, alseine Ruhe, die ihm Trotz zu bieten scheint. In einem solchen Augen-blicke wirkt die Einbildungskraft weit furchtbarer, als alle feindliche Ge-genwehr, da sie sich mit Schreckbiidern von Gefahren trägt, die, wären