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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Meister Förster, sei nicht so hitzig und vergiß Deine Freundenicht. Du könntest doch sehen, daß es Gottlob ist, der den Kloster-Pförtner festhält, damit er nicht von dem Querbalken Gebrauchmachen kann. Es sind Fremde drinnen, und um seiner Gemäch-lichkeit zu pflegen, hat der unzuverlässige Halunke die Riegel nichtgehörig befestigt; andernfalls hättest Du hämmern können, bis dieChnrsürstlichen über Dich gekommen wären."

Recht so, Milchbruder! Dein Signal wurde bemerkt, undwir zählten auch darauf; aber da Du die Wege so gut kennst, soführe uns ohne Weiteres zu dem Kriegsvolk."

Himmel, die Spitzbuben haben stachlichte Bärte, in die derKrieg sein Grau gemischt hat, und eS wird ihnen wahrscheinlichnicht gefallen, wenn ihr Schlaf so Plötzlich unterbrochen wird;aber der Dienst muß geschehen. Wähle die Frömmsten aus DeinemGefolge, hochedler Bürgermeister, damit sie gegen die Möncheziehen, die im Chor verschanzt und mit Gebeten wohl bewaffnetsind, während ich die fleischlicher Gesinnten zu einem kleinenTanze mit den Churfürstlichen führe."

Während dieses kurze Gespräch stattgefunden hatte, war dieganze Masse der Angreifer durch das Thor hereingeströmt, und ihreOffiziere gaben sich Mühe, unter dem schlecht erercirten Haufen eineArt von Ordnung zu erhalten. Alles fühlte die gebieterische Noth-wendigkeit, zuerst mit den Truppen ins Reine zu kommen, dennvon den Mönchen war für den Augenblick gewiß nichts zu besorgen.Einige blieben daher zur Bewachung des ThoreS zurück, währendHeinrich unter der Leitung des Kuhhirten sein bewaffnetes Volknach den Gebäuden führte, wo bekanntlich die Churfürstlichen ihrQuartier hatten.

Wenn wir sagen wollten, die Angreifer seien sorglos vorgerückt,so würden wir ihre Tapferkeit überschätzen und dem Ruf der chur-sürstlichen Soldaten Unrecht thun. Nach den herrschenden Ansichtender Zeit galt der Einfall in ein Kloster für Kirchenschändung, den