287
Verhältnisse des Mißtrauens, das man in die Rechtmäßigkeit einerSache setzt — „warum wären wir sonst hier? Soll Limburgimmer und ewig das Thal und die Ebene mit seinen verwünschten,habgierigen Erpressungen belästigen — sind wir Sklaven, die sichvon glatzköpfigen Mönchen mit Füßen treten lassen müssen?»
„ES gibt in der That genügende Gründe für Das, was wirthun, Herr Bürgermeister,» antwortete Berchihold, dessen Geist sichstark dem neuen Wechsel in den religiösen Meinungen zuneigte,welcher in jener Zeit mehr und mehr um sich griff. „Wo so guteMotive vorhanden find, brauchen wir uns nicht nach weiteren um-zusehen.»
„Nicht doch, junger Mann; ich bin überzeugt, der ehrlicheSchmied hier wird sagen, kein Nagel, den er in einen Huf schlägt,könne allzu gut vernietet seyn."
„Dieß unterliegt gar keiner Frage, Meister Berchihold," ließsich Dietrich vernehmen; „folglich muß Seine Gestrengen in derganzen Begründung Recht haben."
„Meinetwegen ; ich werde gewiß nicht widersprechen, wenn vonder Nothwendigkeit die Rede ist, ein Nest Volk Drohnen aufzuhebcn.»
„Ich nenne sie nicht Drohnen, junger Berchihold, und kommeauch nicht, um sie aufzuheben; denn meine Absicht geht einfachdahin, der Welt zu zeigen, daß Deijenige, welcher sich in Dürk-heims Angelegenheiten mischen will, einen Merks nöthig hat, derihn lehre, seinen Fuß von den Gründen eines Nachbars fern zuhalten."
„Dieß ist heilsam und wird unsere Stadt sehr zu Ehrenbringen!» entgegnete der Schmied. „Nur Schade, daß wir nichtdie gleiche Sache auch dem Churfürsten zu kosten geben können, der inletzter Zeit neue Ansprüche an den gewerbsamen Bürger erhoben hat.»
„Mit dem Churfürsten ist nicht viel anzufangen, denn sein Ein-greifen ist zu gewaltig, als daß unsere Mannhaftigkeit ausreichenkönnte, um das Recht der Nichteinmengung zu behaupten. Der-