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Eine dünkelhafte Anmaßung von Kenntnissen, besonders in Dinge»,die uns Gewohnheit und Erziehung eher nicht zu begreifen, als zubegreifen lehrten, kann nur zu Widerspruch und Entlarvung führen,und obgleich Umstände dazu helfen mögen, einen Jrrthum für denAugenblick zu unterstützen, so bleibt doch der Sieg der Wahrheitebenso wenig ans, als die nothwendtg darauf folgende, bittere Zu-rechtweisung. Zum Glücke leben wir in einem Zeitalter, in wel-chem keine Sophistik lange unenthüllt, keine Sünde an der natür-lichen Gerechtigkeit unbestraft bleiben kann. Es liegt wenig daran,wo das Unrecht gegen die Wahrheit begangen worden sehn mag— auf dem Throne oder im Kabinet, im Senat oder vermittelstder Presse — jedenfalls wird die Gesellschaft Rache nehmen fürdie Bethörung, der man sie unterworfen hat, und ihr Endurtheilstützt sich dann auf die öffentliche Meinung, welche nachhaltig bleibt,wenn die scheinbaren Triumphe des Truges längst vergessen sind.ES wäre gut, wenn Alle diejenigen, welche unter rücksichtsloser Miß-achtung der Folgen ihre Stellung mißbrauchen, um einen augen-blicklichen Zweck zu erreichen, sich öfters dieser Thatsache erinner-ten, denn sie würden sich dadurch manche Kränkung und in einigenFällen di- Schande ersparen, welche unabweislich den treffen muß,der im Ringen nach einem Ziele von dem Rechte abgeht.
Heinrich Frey setzte ein großes Mißtrauen in die Gesetzlichkeitder Unternehmung, bei welcher er sich betheiligt hatte, denn dieVerantwortlichkeit des Rathes sowohl als der Ausführung traf ihn,nicht seine Begleiter. Er haschte daher in seinem Innern nachGründen zur Rechtfertigung dessen, was er that, und während er mitBerchthold und dem Schmied langsam über die Wiesen hinging,ließ er seine Gedanken folgendermaßen laut werden:
„Es kan» keinerlei Zweifel unterworfen seyn, Meister Hinter-mayer, daß wir in unserm dermaligen Schritte gegen Limburg nurnach Recht und Nothwendigkeit handeln," sagte er: denn in allenzweifelhaften Fällen steigert sich die äußere Zuversichtlichkeit genau in dem