neu, was ich sage, und zu ihrer Wehr greifen, — ich will michdann auf meinen Schmiedehammer berufen, als auf ein Beweisstück,dem nichts entgegenzusetzen ist. Wie Ihr sagt, wir müssen dafürsorgen, daß gemeiner Stadt Recht widerfährt, und mehr ist nichtVonnöthen, sintemal zwischen allen Menschen diese Gleichheit statt-sindet, wie Ihr eben so richtig bemerkt habt."
„Ja, siehst Du, guter Dietrich, dieses Stück von der Gleich-heit wird zwar viel besprochen, aber nur wenig verstanden; leihemir daher für einige Minuten Dein Ohr, und Du sollst Einsichtkriegen in das, was hier Rechtens ist. Wir in den kleinen Städtensind mit all den Eigenthümlichkeiten und Bedürfnissen derer geboren,die in Hauptstädten wohnen, und sollen wir nicht unsre Privilegienbrauchen? Sind wir nicht Menschen, denen die Luft zum Athmenunentbehrlich ist? Ich glaube, Du kannst diesen Wahrheiten nichtsentgegenhalten."
„Mer dieß thun wollte, müßte nur wenig besser als einEsel seyn."
„Die Sache steht also fest, und es bleibt nichts übrig, alsdie daraus entspringenden Folgerungen aufzuzeigen. Uns, die wirdieselben Rechte haben, wie die grüßten Städte im Reich, mußauch gestattet sehn, von denselben Gebrauch zu machen, denn sonstist die Sprache wenig besser, als ein Hohn, und ein städtischesVorrecht nicht mehr werlh, als der Eid eines Leibeigenen."
„Dieß ist so einleuchtend, daß ich mich wunderte, wenn cS einerin Abrede ziehe» wollte. Und wie steht'S mit den Dorfschaften, HerrBürgermeister? Glaubt Ihr, sie werden uns in dieser heiligenSache Beistand leisten?"
„Ich will nichts von den Dorfschaften wissen, guter Schmied,denn sie haben weder Bürgermeister, noch Bürger, und von wel-chem Belang ist auch ein Widerstand, wo so wenig vorhanden ist,um sich einer Sache anzuuehmen? Ich habe hauptsächlich unsselbst und die bemittelten Städte im Auge, und der Fall ist so