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Berechtigungen auszeichnen. — Und dies bringt mich eben zu einemPunkte: ich will nämlich nicht mehr und nicht weniger sagen, als daßGott alle Menschen gleich geschaffen hat und wir daher eben so sehrberechtigt als verpflichtet sind, dafür zu sorgen, daß unserer gutenStadt kein Unrecht geschieht, namentlich nicht in jenen Theilen ihrerInteressen, die vorzugsweise auf die wohlhabenden Einwohner Bezughaben. Habe ich da ein vernünftiges Wort gesprochen oder täuscheich mich und Dich, Freund Schmied?"
Heinrich Frey stand, namentlich unter seiner eigenen Partheium seiner Beredtsamkeit und guten Logik willen im besten Geruch,und seine Berufung erging in dem gegenwärtigen Falle an einenMann, der nicht gemeint war, ihm irgend eine Ehre zu verwei-gern. Dietrich war einer jener materiellen Philosophen, die vor-zugsweise von der Natur ausgestattet zu sehn scheinen, um einem Par-lamentsredner Vorschub zu leisten, denn er besaß ein sehr kräftigesOrgan und nicht sonderlich viel Einstcht, um etwa die Thätigkeitdesselben in Verwirrung zu bringen. Sein Kopf besaß genau jeneHohlheit, welche erforderlich ist, um ein gutes politisches oder mo-ralisches Echo hervorzubringen, besonders wenn stch's um einen un-wahren Satz handelt; denn die geringste Erweiterung seiner Fähig-keiten hätte auf seine Antworten dieselbe Wirkung üben müssen, diebekanntlich das Schallbrett hervorbringt, indem es die Wiederho-lungen der Stimme unmöglich macht.
„Beim heiligen Benedict, Meister Heinrich," entgegnete er— „denn es ist wohl erlaubt, den Heiligen anzurufen, obschon wirnicht viel auf seine Mönche halten — es wäre gut, wenn ChurfürstFriedrich weniger Wein in seinen Fässern zu Heidelberg und mehrvon Eurer Weisheit in seinem Nathe hätte! Was Ihr eben aus-gesprochen habt, ist nichts Anderes, als was ich schon seit vielenJahren immer selbst gedacht habe, obschon ich nie im Stande bin,einen Gedanken zu einer so polirten und schneidenden Rede zuhämmern, wie die von Euer Gestrengen! Sie sollen mir's abläug-