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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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zn mustern; er öffnete jetzt das Pförtchen so weit, daß sich Ulrika'SGestalt deutlich unterscheiden ließ.

ES ist nicht gewöhnlich, Personen Deines Geschlechts in dieseheiligen Mauern einzulaffen, nachdem die Frühmesse vorbei ist unddie Beichtstühle leer sind."

ES gibt Anlässe, welche eine Ausnahme von dieser Regelbedingen, und die feierliche Handlung dieser Nacht gehört dazu."

Ich weiß das nicht. Unser hochwürdiger Abt ist garstreng in Beobachtung des Anstandes"

Ich stehe in naher Beziehung zu dem Manne, für den derGottesdienst verrichtet wird," versetzte Ulrika hastig.Um Gotteswillen, weist mich nicht zurück."

Bist Du mit ihm verwandt?"

Nicht durch die Bande des Blutes." antwortete sie in derbeklommenen Weise einer Person, die ihre eigene Uebcreilung fühlt,wohl aber an sein Geschick gekettet durch die innigen Interessender Theilnahme und des Mitgefühls."

Sie hielt inne, denn in diesem Augenblick trat die Gestaltdes Einsiedlers an die Seite des Pförtners. Er hatte vor einemnahen Crucisir gekniet und war in seinem Gebete durch die sanfteAnsprache gestört worden, welche Ulrika'S Interesse für ihn bekundeteund jeden Ton ihm tief ins Herz gehen ließ.

Sie gehört zu den Meinigen," sagte er gebieterischsieund ihre Dienerin. Laßt sie eiutreten."

Ulrika zögerte, kaum wissend, warum, so daß Ilse, die vomGehen ermüdet war und sich nach ihrer Ruhe sehnte, sie vorwärtsdrängen mußte. Der Einsiedler wandte sich um und verschwand,als erinnere er sich plötzlich der Pflicht, die ihn nach dem Klostergeführt hatte, während andererseits der Pförtner, der in Betreffdes Mannes, für den die Messe gelesen werden sollte, seine Wei-sungen erhallen hatte keine weiteren Einwendungen erhob, sondernIlse erlaubte, ihre Gebieterin hereinzuführen. Die Weiber waren