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kaum in dem Hofe angelangt, als das Pförtchen wieder geschloffenund verriegelt wurde.
Ulrika säumte nicht länger, obgleich sie an allen Gliedernzitterte. Mit Mühe schleppte sie die zögernde Ilse nach und schlugdann geraden WegS die Richtung nach der Thüre der Kapelle ein.Mit Ausnahme des Pförtners im Thorffübchen und der Lampe vordem Bilde der Jungfrau schien innerhalb der Klostcrmauern Allesso düster und still zu sepn, wie es draußen gewesen war. Nichteinmal eine Schildwache von Chnrfürst Friedrichs Lanzkncchtenwar sichtbar ; aber dieß erregte keine Verwunderung, da bekanntlichdie Soldaten von dem eigentlichen Klosterbau möglichst fern gehaltenwurden. Wahrscheinlich bewohnten sie die geräumigen Gebäudehinter der Wohnung des Abts, in denen wohl ihre doppelte Anzahluntcrgebracht werden konnte. Was die Mönche betraf, so ließ sichihre Abwesenheit wohl aus der späten Stunde und aus der Artdes bevorstehenden Gottesdienstes erklären.
Die Thüre der Abteikirche war stets offen — eine Sitte, welchefast alle katholischen Gotteshäuser in Städten von einigem Umfangmit einander gemein haben und die einen ergreifenden Aufruf an denWanderer in sich schließt, des Wesens eingedenk zu sehn, zu dessenEhren der Tempel errichtet wurde. Dieser Gebrauch kömmt imAllgemeinen der Andacht, wie der Neugier, dem Kunstfreund wiedem Verehrer Gottes zu Statte», und eS ist nur zu bedauern,daß die erstere Claffe, namentlich wenn sie einer andern Confessio»angehört, sich nicht öfter erinnert, daß ihr Geschmack allen Werthverliert, wenn sie ihm auf Kosten jener Ehrfurcht Raum gibt,welche stets das Benehmen des Menschen in der unmittelbarenGegenwart seines Schöpfers bezeichne» sollte. Bei dem erwähntenAnlasse war jedoch Niemand anwesend, der den Altar oder seinenDienst mit Leichtsinn hätte behandeln mögen. Als Ulrika und Ilsein die Kapelle traten, wurden die Kerzen des Hochaltars angezündetund die Lampen des Chors warfen ein trübes Licht aus die düstere