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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Führung die Heidenmauer erstiegen. Für eine Person von ihrenJahren und ihrer Gebrechlichkeit ging das Bergabfteigen nurlangsam, während das Berganstcigen eine noch beschwerlichere undmühsamere Aufgabe war. Bei dem letzteren war es übrigens auchlllrika lieb, öfters Halt machen und Athen, holen zu können, obgleichsie sich für ihren Gang des NoßpsadeS bedienten, den sie am Morgengeritten waren.

Der Charakter der Nacht hatte nicht gewechselt. Der Mondschien wie früher unter flockigten Wolken dahin zu schwimmen, unddas Licht war zu gedämpkt, um den Weg in bestimmten Umrissenunterscheiden zu lassen. Die Masse der Klostergebäude mit ihrendunkeln, gothischen Mauern und Thürmen ragte »m diese Stundegen Himmel gleich einem Riesenwerke, in welchem diejenigen, dieden Bau vollendet hatten, von ihrer Arbeit auSruhten. Ulrika wardaran gewöhnt, hier ihre Andacht zu verrichten, und näherte sichdaher ohne ein Gefühl von Bewunderung dem Thore. Sie er-hob ihre Blicke nach dem geschlossenen Portale, nach den langenReihen düster dahinlaukender Mauern und traf allenthalben aufdie Merkmale einer mitternächtlichen Ruhe. An der Seite desschmalen hohen ThurmeS, der neben dem Portal stand und dieGlocken enthielt, blinkte ein mattes Licht, das von einer Lampeherrührte, welche im Hofe vor dem Bilbniß der heiligen Jungfraubrannte; aber dieß war immer noch kein Zeichen, daß auch nurder Pförtner wach sei. Sie trat daher an das Pförichcn und zogdie Nachtglocke an. Das Knarren der Riegel verkündigte schnell,daß Jemand innen war.

Wer kömmt zu dieser Stunde nach Limburg?" fragte derPförtner, ohne die Kette zu entfernen, als fürchte er Verraih.

Eine Büßerin, die beten will."

Die Töne der Stimme beruhigten den Pförtner, welchemaußerdem auch die Mittel zustanden, die Fremden mit seinem Auge