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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Und Ist dies wahr? Sollten wir nicht lieber denken, daß diemeisten Menschen an ihren schwächsten Seiten am ehesten nachgeben,während sie in ihren stärksten beharrlichen Widerstand leisten?ES mag wahr sehn, daß es Mängel gibt, welche, während sie dieVerdammung der Welt auf sich laden, Gleichgültigkeit gegen die An-sichten derselben erzeugen; aber dennoch hoffe ich, nur Wenigesind so schlimm, daß sie nicht einen Theil ihrer guten Eigenschaftenbeibehielten."

Hättest Du je eine Belagerung mit angesehen, gute Frau,so würdest Du nicht so sprechen. Draußen vor dem Graben istder Feind, und schreit und krakeelt und thut sein Schlimmstes, umdie Besatzung zu beunruhigen. Ich sage nur, was ich schon zudreien Malen hier in unserem eigenen Dürkheim erlebt habeaber so lange noch keine Bresche da ist, oder keine Sturmleiternangelegt find, geht Jedermann in den Straßen ruhig und unbe-schädigt seines Weges. Laß aber den Feind einmal hereinkommen und wär'S durch ein Fenster oder zum Schornstein herabso stiegen die Thore auf und herein kommen zu Haus Reiter undFußvolk, so daß kein Haus der Plünderung entgeht und kein Hei-ligthum ungeschändct bleibt. Nun war jene Gotteslästerung desHerrn Odo ebenso viel, als ob der Borhang einer Mauer miteinemmale einstürzte, um ganze Bataillone und Schwadronen vonLastern anrücken zu lassen."

Daß die Handlung schrecklich war, ist eben so gewiß, als daßste schwere Strafe fand; aber dennoch ist es möglich, daß sie ihrenGrund nur in einem augenblicklichen Irrsinne oder in gereizterRachsucht hatte."

ES war Gotteslästerung und ist als solche bestraft wordenwozu bedarf es weiterer Entschuldigung? Doch wir haben ebenMeta in der Nähe, und es dürfte wohl nicht sehr paffend seyn,wenn sie mit anhörte, wie ihre Mutter die Sünde rechtfertigt.