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nichts davon hören. Ich sah den Mann mit meinen eigenen Augenund richtete über ihn mit meinem eigenen Urtheil."
„Du sahst in ihm einen Mann, Ilse, dessen Aeußeres keinMißfallen cinflößen konnte?"
„So erschien er dem jugendlichen Leichtsinn. Ich will ihmzwar sein Aussehen nicht absprechen, denn es war, wie er eS vomHimmel hatte — und ebenso wenig sage ich etwas gegen seine Ge-wandtheit in körperlichen Uebungen oder allen andern gepriesenenritterlichen Eigenschaften, denn ich gehöre nicht unter die Leute, dieeinem gefallenen Feind hinter seinem Rücken Uebles Nachreden; aberer hatte eine Weise an sich! Wenn ich nur daran denke, wie er zumerstenmale Deinen Vater besuchte! Ist er nicht vor den ehrenfestenBürgermeister hingctrete», als sey er der Churfürst und nicht einbloßer Ritter! Und obgleich ich dastand, um ihm meinen Knir zumachen, wie es seinem Range unv meiner Erziehung gebührte —ja, wie ich ihm sogar mein Compliment mache und cs oft wieder-hole, kriege ich für alle meine Mühe nicht einmal einen gnädigenBlick, kein Wort des Dankes, kein Lächeln der Herablassung. Erhatte natürlich keine^Augen für die alte Wärterin, da sie auf demGesichte der jungen Schönheit und anderen leichtfertigen Dingenhaften mußten. — O, ich habe es im Augenblick weggehabt, waser war!"
„Er besaß widersprechende Eigenschaften."
„Schlimmer als dies — hundertmal schlimmer. Ich kann Diralle seine Tugenden in kurzer Rede aufführen. — Erstlich war erein Bruder Liederlich, der keine Gelegenheit verabsäumte, die Schlem-mereien derselben Mönche mitzumachen, die er beschimpfte. —"
„Nein, davon habe ich nie gehört!"
„Ist eS vernünftig, nach dem, was wir mit Gewißheit wissen,etwas Anderes anzunehmen? Nenne mir von einem Menschen nur«in einziges kühnes Laster, und ich will Dir hurtig die ganze Sün-denkameradschaft aufzählen."