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Blick Deines blinzelnden Auges meinst, so erinnere ich mich darannoch so gut, wie an die gestrige Vesper."
„Und Du hast die Jünglinge und Mädchen nicht vergessen, diedamals an unser» Belustigungen Theil nahmen und zu ihrer Zeitso frohsinnig waren, wie wlr'S noch heutzutage an der Jugend sehen?"
„Nennst Du das Frohsinn? Ei, die jungen Leute sind heutzu-tage nichts als gedungene Leidträger, wenn man sie mit denen inmeiner Jugend vergleicht. Wer in den letzten fünfzig Jahren ge-boren ist, weiß nur wenig von Frohsinn und Heiterkeit. Wenn Duerfahren willst-"
„Hievon können wir zu einer passenderen Zeit sprechen. Aberwenn Dein Gedächiniß so klar ist, so mußt Du Dich »och des jun-gen Herrn von Ritlerstein erinnern, der vordem in dem Hause mei-nes Vaters so wohl gelitten war."
Ulrika sprach nur leise; aber die ruhige Bewegung des ThiereS,das sie ritten, ließ jedes Wort an das Ohr ihrer Begleiterin gelangen.
„Ob ich mich OdoS von Ritterstein erinnere?" rief Ilse. „Binich denn eine Heidin, daß ich ihn oder sein Verbrechen vergessenhaben sollte?"
„Der arme Odo! Wie ich höre, hat er jenes Vergehen inder Verbannung bitterlich bereut, und so wollen wir hoffen, daß erVergebung gefunden habe."
„Von wem — vom Himmel? In Deinem Leben nie, Ulrika,kann ein solches Verbrechen Gnade finden. Wie Alle im Jägerthalwohl wissen, wird es gerade heute Nacht zwanzig Jahre, daß er dieThat verübte, und um seinetwillen wurden in der Abteikapelle zahlloseMessen und Exorzismen gesprochen. Für was hältst Du denn denHimmel, daß Du glauben magst, er könne eine derartige Uebertre-tung vergessen?"
„Es war eine schwere Sünde!" antwortete Ulrika schaudernd,denn obgleich sie den Wunsch verricth, dem muthmaßlichen Büßer