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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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gütig gegen die Rechtschaffenen! Wie glücklich ist nicht Dein Leben,Ulrika. Du kannst hier vor Allen, die ehedem Deines Gleichenwaren, als die Frau eines Bürgermeisters anfziehen, und ich mochteeS keinem Lnmpenkcrl ralhen, zwischen dem Thor von Dürkheimoder vielmehr zwischen Deiner eigenen Thüre und der Veste vonHärtend,irg mit bedecktem Haupte dazustehen, während Dein Nößleinvorbeitrabt. Das nenne ich mir ein Glück! Außerdem haben wirauch den wackeren Heinrich zum Herrn, der besser als irgend Einerin der Stadt die Leute in gehörigem Respekt zu erhalten vermag, unddann unsre Meta, welche unstreitig die Schönste und Klügste unterallen ihren AlterSgenosstnuen ist. Was endlich Dich selbst betrifft,so bist Du kaum weniger blühend, als vor Alters, und erfreuest Dicheiner Gesundheit und eines zufriedenen Sinnes, wie ste selbst demWittwenstande ihre Bitterkeit benehmen könnten. Ach, welch' einLeben ist Dir zu Theil geworden!"

Ulrika schien sich, während die alle Ilse also ihre Ehren undihr Glück pries, aus einer tiefen Träumerei aufzuraffen, und einlanger, zitternder Seufzer entquoll unwillkürlich ihrer Brust.

Ich beklage mich nicht über mein Geschick, gute Ilse."

Wenn Du das thätest, so ließe ich das Thier Halt machen,um hurtig absteigen zu können, denn aus einem Ritte mit einerso gotteslästerlichen Person dürste man sich nicht viel Gutes ver-sprechen. Nein, Dankbarkeit geht nach der Demulh allen anderenTugenden voran, denn durch Demuth gewinnt man Gnaden, dieihrerseits wieder die rechtmäßigen Eltern der Dankbarkeit sind. Ichwollte, Du haltest meiner letzten Beichte anwohnen können, Ulrika;Du würdest dann gehört haben, wie ganz besonders verfänglicheFragen aufs Schärfste erörtert wurden. Pater Johann war zu-fälligerweise im Beichtstuhl, und nachdem ich das Bischen, was ichzu bekennen wußte denn obgleich, wie alle Menschen, eine großeSünderin, so kann ich mich doch in meinem dreiundstebenzigsten Lebens-jahre nicht mehr viel gegen den Himmel verfehlen vorgebracht