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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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dürfte? Und dvch unterliegt cS keinem Zweifel, der Kerl würbewenn man ihm die Wahl ließe, bereitwillig schwören, daß kein an-derer Tropfen als achter Hochheimer über seine Lippen kommeilsolle! Mit lauter Phantasieen kann sich der Mensch elend machen,wenn er seinen Sinn auf eine andere Lebensweise setzt; aber be-trachtet man die Stellung dieses Weingärtners von dem Stand-punkte eines nüchternen GewerbfleißeS, so kann es keinen zufriede-neren Menschen geben, als ihn. Ach, wie oft habe ich nicht, wennAerger und Verluste meinen Geist schwer bedrückten, diese Schlingelum ihr Glück beneidet!"

Du möchtest also Deine Stellung gegen die eines Weingärt-ners vertauschen, Vater?"

Was fällt Dir ein, Dirne meinst Du, es gebe keine Ord-nung und Schicklichkeit auf der Welt? Doch eben dies führtmich auf die Hauptsache. ES ist heute von einem einfältigen umnicht zu sagen anmaßenden Vorschlag die Rede gewesen: der jungeBerchthold Hintermaper wünsche nämlich seine Armuth mit DeinenMittel» zu paaren."

Meta senkte verschämt das Haupt, und der Arm, welcher denLeib ihres Vaters umfaßt hielt, zitterte merklich.

Ich zweifle, ob Berchthold je daran gedacht hat," antwortetefie mit einer Stimme, die kaum lauter klang, als ihre sehr vernehm-lichen Athemzüge.

Desto besser für ihn, denn ein derartiger Wunsch wäre ebenso unvernünftig, als wenn Du auf eine Verbindung mit Graf EmichsErben rechnen wolltest."

Nsin, dieser thörichte Gedanke ist mir nie in den Sinn ge-kommen," rief Meta freimüthig.

Nur um so besser, Mädchen, denn der Graf von Harteuburghat den jungen Menschen schon seit Jahren verlobt. Na, da wireinander so gut verstehen, so überlaß mich meinen Gedanken; denngar wichtige Dinge liegen mir gegenwärtig auf dem Herzen."

Die Heidemnaucr. 46