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„Ich meine das Geld, Kind, das je nach Umständen ein Segenoder ein Fluch ist. Würde ich plötzlich abgcrufen, so dürftest Dudarauf zählen, viele müßige und liederliche Werber um Dich zuhabe», die bei ihren Bärten schwüren. Du sehest ihnen theurer, alsdie Luft, die sie athmen, während in Wahrheit ihr einziger Wunschdarauf hinausgienge, einen Blick in die Verlassenschaft des seligenBürgermeisters zu thun. Für eine Person von Deiner Mittelstellungist eS schwer, eine glückliche Heirath zu machen, denn während DirMangel an Geburt die Thüren der Schlösser und der Paläste ver-schließt, geben Dir Deine Mittel ein Recht, weit über den bloßenBürgersmann hinauszusehen. Es wäre mir gar lieb, einen jungenMenschen von schönen Aussichten, der kein Verschwender ist, zumSchwiegersohn zu haben."
„Der wird sich nicht so leicht finden lassen, guter Vater," ent-gegnete Meta lachend, denn nur wenige Mädchen von ihren Jahrenhören ohne eine nervöse Gereiztheit, welche leicht den Anschein vonFrohsinn gewinnt, auf Entwürfe und Pläne, die ihre künftige Ver-sorgung betreffen; „denn mir scheint die Welt nur aus Personenzu bestehen, welche erwerben, und andere, welche vergeuden."
„Aus Weisen also und aus Narren. Aber bei asten Verhei-rathungen von Mädchen in Deiner Stellung kommen gemeiniglichdrei Hauhterforderniffe in Betracht, ohne welche nicht leicht auf Glückoder auch nur auf Alltagsrespekt zu hoffen ist. Erstlich gehörenhieher die Mittel zu einem ordentlichen Auskommen, zweitens dieZustimmung und der Segen der Aeltern, drittens die Gleichheit desStandes."
„Ich meine, Vater, Du hättest auch etwas von Geschmack undNeigung sagen sollen."
„Das sind Einbildungen, Kind, die jede Grille ändern kann.Betrachte jenen Bauern, der die Weinberge der Abtei versorgt —meinst Du, er seh bei seinem Glase säuern Weines weniger glücklich,als wenn er den besten Rheinwein aus dem Klosterkeller hinuntergießen