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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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achte ich ihn am meisten natürlich den Kaiser und den Churfürstenausgenommen, welchen pflichtmäßig der Vorrang gebührt."

»Das ist mir lieb, denn ich mache gerne einen solchen luftigenRitt unter die Berge, namentlich, wenn es einen Besuch in LottchensWohnung gilt."

Heinrich pustete hörbar und setzte, nachdem er eine Weile stummfortgeritten war, das Gespräch fort.

Meta," sagte er,Du trittst nun in das Alter der Jungfrau,und es ist an der Zeit, Deinen jugendlichen Sinn in einer Weisezu befestigen, daß er es mit der Hinterlist und Bosheit der Weltaufnehmen kann^ DaS Leben ist ein sehr unsicheres Gut, namentlichfür den Tapfern und Unternehmenden, und wir leben in gefährlichenZeiten. Wer heute in vollem Glanze, geehrt und angesehen auftritt,ist vielleicht morgen oder um die Anspielung uns noch näher zurücken schon heute Abend niedergesäbelt. Ja, Dein eigener Vaterist so sterblich, wie das nächste beste kriechende Gewürm oder garwie der werthloseste Lumpenkerl in der Pfalz, der sein Vermögen,vielleicht den sauer erworbenen Sparpfenning eines betriebsamenVaters in üppiger Schwelgerei verthut."

Das ist wahr, Vater," entgegnete das Mädchen, welches, ob-schon sonst an die spießbürgerliche Moral ihres Erzeugers gewöhnt,den Herrn Bürgermeister nie mit so geringer Achtung von sich selbsthatte sprechen hören; sie redete darum nur in gedämpftem Tone, alsob das Nachdenken über diese plötzliche Demuth einen niederschla-genden Eindruck auf ihr eigenes Würdegefühl geübt habe.Wirsind nicht besser, als der ärmste Dürkheimer, und kaum so gut, alsdas arme Lottchen und Berchthold." Ein noch stärkeres Gebläsebekundete Heinrichs Mißvergnügen.

Bleib mir mit diesen ehrlichen Leuten vom Halse," antworteteer;da jedermann für seine eigene Person in den Himmel oderin die Hölle kommen muß, so überlaß es Lottchen und ihrem Sohne,das ihnen von der Vorsehung zugetheilte Schicksal hinzunehmen.