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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Während die Thiere unter den gewaltigen Thürmen und weitenDächern, die man sogar von der tiefen Schlucht auS sehen konnte,vorbei trabten, wurde Heinrichs Gesicht, das schon beim Einreitendurch das Hartenburger Thor ungewöhnlich gedankenvoll gewesenwar, noch ernster, und Meta, die wie gewöhnlich auf seinem Hinter-sattel ritt, hörte ihn etlichemal schwer aufathmen ein untrügli-ches Zeichen, daß der geistige Theil ihres würdigen Erzeugers inchanz außerordentlicher Thätigkeit begriffen war.

Ein derartiger Schatten war jedoch nicht allein auf dem Ge-sichte des Bürgermeisters bemerklich, denn ein tiefer, gedankenvollesDüster umwülkte auch das schöne Antlitz seiner GaHin, während dieZüge der blühenden Meta jene Art ernster Ruhe verrieth, welcheso gerne auf hohe Aufregung folgt ein Moment, in welchemder Geist augenscheinlich in Prüfung der Vergangenheit begriffenist, als wolle er den Werth oder Nnwerth des kürzlich genossenenVergnügens zergliedern. Von allen Heimkehrenden war nur diealte Ilse noch in der Stimmung, in welcher sie auSgezogen warselbstzufrieden, unbewegt und schwatzhaft.

Graf Emich muß Dir'S nicht zu Gefallen gemacht haben,Vater," sagte Meta rasch, als ihr ein Athemzug, den man bei einerweniger fleischlichen Natur Seufzer genannt haben würde, Grundzum Glauben gab, das Innere des Bürgermeisters kämpfe mit irgendeinem bitteren Aergerdenn sonst müßtest Du heiterer und mehraufgelegt seyn, mir Deinen väterlichen Rath zu ertheilen: ist esdoch sonst so Deine Gewohnheit, wenn wir miteinander auf demSattel sitzen."

Die Gelegenheit soll nicht versäumt werden, Mädchen, undjene Nbteimauern zeigen sich gerade in rechter Zeit, um mein väter-liches Gedächtniß zu spornen. Du bist übrigens im Jrrthum, wennDu meinst, die Seele des Herrn Grafen und die meinige seyenminder fest an einander geknüpft, als die von David und Jonathan.Lch kenne keinen Menschen, den ich mehr liebte, und unter dem Adel