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Die Zuhörerin ließ in höchster Ueberraschung ihre Arbeit sinkenund schlug ihre Hände zusammen.
„Du glaubst also, daß—?" rief sie plötzlich aus.
Ulrika neigte das Haupt, als wolle sie die Leinwand betrach-ten, obschon sie in Wahrheit dieser Geberde sich kaum bewußt war,und ihre ausgestreckte Hand zitterte heftig.
„Ich habe mir'S bisweilen gedacht," antwortete sie in leisemFlüstertöne.
Ein heiteres Lachen, wie eS gerne dem Frohsinn der Jugendentquillt, ließ sich jetzt an der Thüre vernehmen und Meta trat,von Berchthold und der Tochter des BurgwärtclS begleitet, in dasGemach. Bei dieser Unterbrechung erhoben sich die Freundinnenund zogen sich in ein inneres Zimmer zurück.
Fünfzehntes Kapitel.
»Ich bitte, theureS Weib und edle Tochter,Macht meiner rauhen Sache ebne Bahn."
König Hcindich IV.
Ungefähr eine Stunde, nachdem Ulrika und Lottchen auf dieim letzten Kapitel erwähnte Weise verschwunden waren, sah manHeinrich Frci'S Gesellschaft auf dem Wege nach der Stadt durchdas Jägerthal und unter dem Limburger Berge hinrcitc». Vierleicht bewaffnete Knechte des Grafen schloffen sich dem Zuge an undbildeten dem Anscheine nach eine Ehrengarde des Bürgermeisters,obgleich im Grunde ihre Begleitung bloS eine Schutzmaßregel war,im Falle der gedachte Würdenträger einigen Streifzüglern von derKlostermannschaft begegnete, die sich beleidigende Handlungen erlau-ben konnten. Wenn sich der Leser noch erinnert, daß der Pfad aufRufweite an den Klostergebäuden vorbeisührte, so wird er begreifen,daß diese Vorsorge nicht ganz unpassend war.