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Ulrika, sobald ihr die Aufregung zu sprechen gestaltete. „Eine ge-ringere Neußerung Deines Gefühls wäre Deiner unwürdig, einestärkere aber kaum möglich gewesen. Wir wollen nun von andernDingen sprechen und der Macht des hehren Wesensvertrauen,dessen Majestät bedroht ist. Hast Du die Heldenmauer noch nichtbesucht?"
Trotz des aufgeregten Zustandes ihrer Gefühle, die jedoch baldwieder zu der gewohnten Ruhe zurüekkehrten, entging doch Lottchendie Veränderung in dem Benehmen ihrer Freundin und das leichteBeben der Stimme nicht, womit Ulrika die letzteren Worte sprach.
„Das Wohlwollen des Klausners gegen Berchthvld und derRuf seiner Heiligkeit führten mich dahin. Ich fand in ihm einenMann von sanfter Rede und großer Weisheit."
„Hast Du ihn genau in'S Auge gefaßt, Lottchen?"
„Nicht anders, als wie eine Büßerin ihren Tröster betrachtet."
„Ich wollte. Du wärest achtsamer gewesen."
Die Wittwe blickte ihre Freundin überrascht an, senkte aberalsbald ihre noch immer mit Thräncn gefüllten Augen wieder zuihrer Arbeit. ES folgte eine kurze peinliche Pause, denn jede vonden beiden Freundinnen fühlte, daß nicht das gewöhnliche volle Ver-trauen zwischen ihnen herrschte.
„Scheint er Dir verdächtig, Ulrika?"
„Er, ein Reuiger oder Büßender? — gewiß nicht!"
„Mißbilligst Du die Ehrfurcht, welche ihm von der ganzenUmgegend erwiesen wird?"
„Du magst Dir daraus ein Urtheil bilden, Lottchen, wenn ichDir sage, daß ich Meta erlaube, sich bei ihm Raths zu erholen."
Lottchen zeigte noch größeres Erstaunen, und es trat eine län-gere, beengendere Pause ein.
„Du hast schon lange nicht mehr eines Namens gegen micherwähnt, gutes Lottchen, der sich so vft und so warm in unsre Ge-spräche mischte, als wir noch Mädchen waren."