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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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«in maßgebendes Wort mitzusprechen, besonders niedrig anzuschla-gen. ES steht deshalb durchaus nicht zu erwarten, daß ein Zuspruchvon meiner Seite eine Aenderung in seiner Gesinnung Hervorrufenwerde. Graf Emich jedoch steht hoch in seiner guten Meinung,denn wer die Gunst der Welt werth hält, Lottchen, zollt stets Den-jenigen Ehrfurcht, welche sie zufälligerweise in hohem Grade besitzen."

Die Wittwe schlug ihre Augen nieder, denn ungeachtet ihreshäufigen freundschaftlichen Verkehrs geschah es doch nur selten, daßUlrika auf die Schwächen ihres Gatten anspielte.

Und Herr Emich?" fragte sie, um dem Gespräche eine andereWendung z» geben.

Wie ich bereits sagte, ist der Graf nicht abgeneigt, uns Bei-hülfe zu leisten; ich habe ihm diesen Morgen unsere Wünsche mit-gelheilt und ihn dringend gebeten, uns diesen Liebesdienst zu leisten."

Es ist sonst nicht Deine Sache, vor dem Herrn von Harten-burg als Bittstellerin zu erscheinen, Ulrika," cntgegnete Lottchen,indem sie ihre Augen abermals zu dem Antlitz ihrer Freundin erhob,über deren Wange ein so leichtes Ndolh flog, daß es sich nur wieder Wiederschein irgend einer Hellen Farbe ihres Anzuges ausnahm,während ein noch weniger augenfälliges Lächeln einzig in einemleichten Grübchen erkennbar wurde. Die gewechselten Blicke sprachenzumal von heiteren und wehmüthigen Erinnerungen: die beiden Frauenschienen für einen Moment in dem inhaltschwercn Buche der Ver-gangenheit zu lesen.

Es war meine erste Bitte," nahm Ulrika wieder auf;auchkann ich nicht sagen, daß mir die Gunst unbedingt verweigert wurde aber die Ertheilung derselben ist an eine Bedingung geknüpftworden, die ich unmöglich erfüllen kann."

Sie muß in der That schwer gewesen sehn, wenn sie zuvielwar für Deine Freundschaft!"

Lottchen sprach dies unter dem plötzlichen Einflüsse eines Ge-fühls bitter getäuschter Erwartung ein Eindruck, der bisweile»