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angelegentlich gewünscht, mich über das Zweckmäßige unserer Hand-lungsweise mit einer Freundin berathen zu können, die dabei weni-ger interessirt ist, als Du; aber es ist schwer, über einen so zartenGegenstand zu reden, ohne Deiner Tochter zu nahe zu treten."
„Wenn Dir'S um den uneigennützigsten und weisesten Math zuthun ist, Lottchcn, so benimm Dich mit Deinem eigenen Herzen."
„Dieses sagt mir, ich müsse gegen Dich und Meta gerecht seyn."
„Ist Dir vielleicht an BerchtholdS Benehmen oder Gesinnungetwas bekannt, was der Aufmerksamkeit einer besorgten Mutter ent-gangen wäre, die ihr Kind nur mit einem würdigen Manne ver-bunden zu sehen wünscht?"
Lottchen lächelte durch ihre Thränen und sah mit einem Blickeachtungsvoller Liebe zu Ulrika's milden Zügen auf.
„Wenn Du UebleS von dem Jungen zu hören wünschest, somußt Du nicht zu der Mutter kommen, deren einzige Hoffnung erist. Der verwaiste Knabe ist der einzige Schatz meines Mittwen-standeS, und Du könntest vielleicht von einer Person getäuscht wer-den, welche ihren Reichthum mit so bestochenem Herzen umfaßt."
„Und bildest Du Dir ein, Lottchen, Dein Sohn könne Dir inDeiner Armuth theurer sey», als Meta ihrer Mutter ist, vbschon dieVorsehung unS Reichthum und Auszeichnung verliehen hat? — Dubist in der That durch das Unglück sehr verändert worden und nichtlänger das Lottchen meiner jünger» Tage."
„Ich will nicht weiter sagen, Ulrike,," antwortete die Wittwemit gedämpfter Stimme, als werde ihr dieser Vorwurf schmerzlich,„sondern überlaffe Alles dem Himmel und Dir. Du weißt, selbstder Umstand, wenn Berchthold Graf von Lciningen wäre, könntenichts in meinem und seinem sehnlichen Wunsche ändern, Meta anseiner Seite in bräullichem Schmucke vor dem Altäre zu sehen."
Gin fast unmerkliches Lächeln umspielte Ulrika's schönen Mund,denn sie dachte an ihr kürzlichcS Gespräch mit Emich, obschon sich demflüchtigen Gedanken weder Argwohn noch Unzufriedenheit beimischte.