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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
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peinlich gespannter Erwartung, sobald ihre jungen Gäste Platz ge-nommen hatten.

Ich habe Dir ja gesagt, Lottchen, daß er mit den Fremdenüber dem Becher sitzt. Hier ist Dein Sohn Berchihold derruhelose, ungeduldige Berchihold er kann Dir am besten mitthei-len, Mutter, in welch köstliche Gesellschaft der Bürgermeister vonDürkheim gerathen ist."

Meta lachte bei diesen Worten, obschon sie in Wahrheit selbstkaum wußte, warum. Die erfahrenere Wittwe sah in der Heiterkeitihres jungen Gastes nicht viel mehr, als die übersprudelnde Lebhaf-tigkeit der Jugend, welche ohne zureichende Gründe ebenso leichtzum Frohsinn, als zum Grame führt; indeß beobachtete sie dochmit Angelegentlichkeit die Züge ihres Sohnes, um daraus zu ent-nehmen, in wie weit er mit Meta'S Heiterkeit sympathisire.

Da Du Dich auf mich berufst," begann Berchihold, seineninnersten Gedanken Worte leihend,so muß ich mich dahin aus-sprechen, daß sich Heinrich Frei im gegenwärtigen Augenblick mitzwei so hoffnungslosen Müßiggängern umtreibt, als nur je welchedie Thüren der Hartenburg verdunkelt haben. Wahrhaftig, BruderLuther hat wohl nöthig, sich für die Kirche zu rühren, wenn der-artiges Volk das Gewand derselben trägt."

Von dem plauderhaften, halb geschorenen Abbe magst Dusagen was Du willst, Berchihold," rief Gisela,aber habe Respektvor dem Rhodiser, als vor einem unglücklichen Krieger, der eben soartig, als ritterlich ist."

Die Ritterlichkeit will ich Dir nicht anfechten," entgegnete Metamit Wärme;aber Du mußt Dich sehr an die rohe Gesellschaft solcherKumpane gewöhnt haben, wenn Du seine Reden artig nennen kannst."

Lottchen hatte die Gesichter der Anwesenden aufmerksam beob-achtet, und ihr eigenes Antlitz erheiterte sich bei der Freimüthigkeitund Wärme der letzten Sprecherin. Sie wollte eben dem richtigenUrtheile derselben ein vorsichtiges Lob spenden, als sich draußen ein.