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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
213
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entgangen. Jndeß hat doch Heinrich Frei selbst einen so glücklichenEhebund geschlossen, ohne seiner SeitS Vermögen besessen zu haben,daß er billigermaßen nicht so entschieden gegen einen Züngling auf-treten sollte, welcher ohne das harte Geschick, das seine Eltern be-fiel, wohl bessere Tage gesehen haben würde. Wer selbst arm war,sollte die Armuth auch an Andern achten."

Ich fürchte, daß dies nicht in der menschlichen Natur liegt,"antwortete die Frau gedankenvoll und fast ohne zu wissen, was stesprach.Die tägliche Erfahrung lehrt, daß Diejenigen, welche sichaus dem Staub erhoben haben, am wenigsten Duldung üben gegendie, welche hinter ihnen zurückgeblieben sind; und da die Gabendes Ranges und des Einflusses dort besonders geschätzt werden, wosie etwas Neues sind, so dürfen wir nicht erwarten, daß der Mann,der sein Glück gemacht hat, das in der Armuth empfundene Sehnenso bald vergesse oder die Eitelkeit der ihm ungewohnten Ehren-stetten erkenne."

Aber Heinrich ist nicht so jung im Range, oder so sehr Neu-ling unter den Vermöglichen, daß er in diese Elaste cingereihtwerden könnte."

Heinrich?" rief die Frau, und ihre reine Stirne überflog voneiner Scharlachröthe, welche an das Glühen der schneeigen Alpen-spitzen erinnerte.Von Heinrich Frei ist hier nicht die Rede."

Der Graf lächelte, daß der Schnurrbart sich auf seinen braunenWangen kräuselte.

Du hast recht," antwortete er höflich,denn wir haben'S imAugenblicke vorzugsweise mit Bcrchthold und Meta zu thun. Ichglaube die Mittel zu sehen, um Alles, was wir für ste wünschen,herbeizuführen noch obendrein Mittel, die sich so unverhohlen dar-bieten, daß cs den Anschein gewinnt, als sehen sie recht eigentlicheine Gabe der Vorsehung."

Wenn dies der Fall ist, so können sie uns nur um so will-kommener sehn."