Ulrika, „so bin ich jetzt nn mein Versehen erinnert, und eS sollkeine Wiederholung stattfinden."
„Nein, ich wollte nichts Unfreundliches sagen — aber Du hastmein Gemülh mit einer herben Antwort verletzt. Wir sprachen —doch wir haben auch von den verwünschten Mönchen gesprochen undmein Blut geräth stets in Wallung, so oft ich ste nur nennen höre.Du glaubst also, meine vortreffliche Nachbarin, daß wir als Christengehalten seien, uns allen den Erpressungen dieser scheinheiligenSchurken zu unterwerfen, und daß wir dem Ansehen des HimmelsTrotz bieten, wenn wir uns unterfangen, uns selbst Recht zu schaffen?"
„Ihr leiht der Sache die Farbe Eurer Stimmung, Graf, dennich sprach nichts von knechtischem Erdulden oder unnölhiger Unter-werfung. Wenn die Limburger Mönche ihren Gelübden nicht Nach-kommen, so betrifft die Frage ihr eigenes ewiges Heil; was aberuns betrifft, so haben wir bloS darauf zu sehen, daß wir selbstnichts an steh Unrechtes begehen, noch etwas thun, was als ach-tungswidrig gelten könnte gegen Den, den wir anbeten —"
„Ich bitte Dich, gute Ulrika," unterbrach ste Emich, indem erin der vertraulichen Weise, die er bei dem Beginne des Gesprächsan den Tag gelegt hatte, seinen Sitz wieder einnahm, „laß unsunverholen von der Neigung Deines Kindes reden. Ich liebe denjungen Berchthold und möchte ihm gerne einen Dienst leisten, wennsich die Mittel dazu böten; indeß fürchte ich sehr, daß wir es schwerfinden werden, Heinrich zur Einwilligung zu bewegen."
„Dieselbe Besorgniß hat mir schon viele Unruhe gemacht,Graf von Hartenburg," erwiederte die zärtliche Mutter, „denn derBürgermeister ist nicht der Mann, der so leicht seine Anfichtenwechselt. Namentlich ist cS bisweilen der Fall, daß das allzueifrigeZureden von Freunden seine Selbstzuverficht nur erhöht, statt ihnvon jenen Entschließungen abzubringen, die oft auch der Weisestevoreilig und unüberlegt fassen kann."
„Diese Eigenschaft Deines vortrefflichen Eheherrn ist mir nicht