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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Ich erinnere mich Deiner letzten Antwort, die Du mir durchDeine Freundin, die Mutter des jungen Berchihold, zugehen ließestwollte ich Gerechtigkeit walten lassen, so wäre ich dem Jungen da-für nicht zu Dank verpflichtet aber Du antwortetest, die Tochtereines Bürgermeisters sei eine unpassende Gattin für einen Grafen,und baist mich zugleich, gegen meinen Vater pflichtschuldigen Ge-horsam zu üben, damit sein Segen mir den Schmerz der getäusch-ten Hoffnung erleichtere. Na, wenn am Ende die Wahrheit be-kannt würde, dürfte sich Herausstellen, daß Dich diese Erwiederungnicht mehr kostete, als sich sonst eine tändelnde Dirne einen einfachenKorb zu Herzen nimmt."

Wäre die Wahrheit bekannt, Emich, so könnte sich die Sacheganz anders Herausstellen. Ihr wäret damals jung zwar einungestümer Hitzkopf, aber nicht ohne viele männliche Tugendenund Ihr überschätzt die Stärke einer nachdenksamen Jungfrausehr, wenn Ihr glaubt, daß es ihr Freude machen konnte, da Schmerzzu bereiten, wo sie nichts als Achtung genossen hat."

Und wäre ich der Sohn Deines Nachbars oder wärestDu die Tochter eines StandeSgenoffcn aus dem Reiche gewesen?"

Auch in diesem Falle, Herr Graf, wäre die Antwort die gleichegewesen," entgegnete die Frau mit Festigkeit, obschon sich augen-scheinlich die ruhige Klarheit ihres Antlitzes in einer vorüberge-henden Wolke verlor..Das Herz von Ulrika Hailtzinger sprach indieser Erwiederung eben so sehr, als ihre Klugheit."

So wahr Gott lebt, Du bist schneidend aufrichtig!" rief derGraf, plötzlich aufstehend, und sein Gesicht verlor den sanften Aus-druck, welchen die Erinnerung an die bessern Tage und an dieschönen Gefühle der Jugend hervorgerufen hatte, um der gewöhn-lichen Härte wieder Platz zu machen.Du vergißst, Frau Frei,daß ich ein armer Graf von Leiningen bin."

Wenn ich es an Achtung mangeln ließ," entgegnete die milde