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Einleitung Deiner vortrefflichen Frau mehr, als man anfangsglauben konnte. Unsere Meta hat die Eigenschaften eines würdigenJünglings früher aufgefnnden, als der scharfe Blick ihres Vaters— wolltest Du nicht so sagen, Frau?"
„Ich wollte sagen, das Herz meines Kindes sey so fest an daseines Andern gefesselt, daß ihr nicht mehr viel Glück in Aussichtsteht, wenn die ehelichen Pflichten ihr gebieten sollten, sein zu ver-gessen."
„Du glaubst also, gute Frau, daß die jugendlichen Träume-reien eines Mädchens durch die Pflichten der Gattin und der Mutternicht beseitigt werden können —- daß eine Laune der Einbildungs-kraft stärker sey, als das am Altar abgelegte Gelübde?"
Obschon sowohl der Graf, als der Bürgermeister ihre Augenauf Ulricas schönes, sprechendes Antlitz geheftet hielten, war doch fürsie Beide dieses inhaltsvolle Buch, welches so offen vor ihren Blickendalag, wenig besser, als ein leeres Blatt. Starke und dramatischeGefühlsäußerungen sind sogar der blödesten Fassungskraft ziemlichverständlich; aber es gibt in der That nicht Viele, welche im Standesind, das geheime Schaffen eines reinen Geistes in der Zurückhal-tung eines tugendhaften, aber unglücklich verheiratheten Weibes zubegreifen. Vielleicht gibt eS in der ganzen menschlichen Naturkeinen Anblick, der gewöhnlicher oder leichter faßlich wäre, als der-jenige, welcher sich mit jeder Stunde an einer weltlich gesinnten,launenhaften Schönen darbietet. Sie schweift auf ihrer kleinenBahn scheinbar so regellos dahin, wie ein Komet, obschon in Wahr-heit ihr Lauf stets nach den untrüglichen Grundsätzen der Eitelkeitund Selbstsucht berechnet werden kann; aber kein Geheimniß ist sosicher vor ungebührlicher, gemeiner Neugierde bewahrt, als dieedlen und kräftigenden Gefühle einer still duldenden Frau, dievon den hohen Eigenschaften ihres Geschlechtes getragen wird.
Die Herrschaft des Mannes ist für uns kein Gegenstand desSpottes, denn wir sind überzeugt, man verkennt kläglich die erha-