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Dir verstehen kann. Der edle Graf hat keine Zeit, neue Ideenaufzujagen, um ein so spitzfindiges Gespräch forizuführen. Hättedas Mädchen etwa zu viel von dem trefflichen Gerichte gekostet,das mir der ehrenfeste Bürgermeister von Mannheim so freundlichübermachte, wie ich anfangs befürchtet hatte, so dürften sich ohneZweifel in der Hartenburg die geeigneten Heilmittel vorgefundenhaben; aber Du verlangst zu viel, Weib, wenn Du willst, daß außerDeinem Mann auch noch andere Leute auf die Grübeleien eingehensollen, die bisweilen Deinem Gehirn zusetzen."
„Nicht doch, Meister Heinrich — eS könnte stch hier um einendringlicheren Fall handeln, als Du glaubst. Deine Gattin ist keineFrau, deren Anfichten so obenhin behandelt werden dürfen. WillstDu in Deiner Rede fortfahren, gute Ulrica?"
„Unser Kind befindet sich in einer Lebensperiode," fuhr dieMutter fort, die zu sehr an die Weise ihres Mannes gewöhnt war,um durch seine Gegenreden ihre Gedanken von dem Hauptziele ab-lenken zu lassen — „in welcher alle jungen Leutchen an die Zukunftzu denken beginnen. DaS ist ihnen von Gott eingepflanzt, HerrGraf, und muß daher gut sein. Uns aber, die wir die Jugendunseres Kindes mit so viel sorglicher Ausficht bewacht und so oftfür den Mittag ihres Lebens gezittert haben, kommt es früher oderspäter zu, unser Jawort zu geben zu Lösung der süßen Bande,welche uns an unser zweites Ich knüpfen, damit die großen Zweckeder Schöpfung erfüllt werden."
„Hum!" rief Heinrich.
„Meine wackere Ulrica," cntgegnete der Graf, „die mütterlicheLiebe hat diesem Bilde stärkere Farben verliehen, als vielleicht nöthigist. Wahrhaftig wenn einmal die Zeit zum Heirathen kömmt, sobraucht Deine und des ehrlichen Heinrich Frei'S Tochter das Jung-sernhäubchen keinen Tag länger zu tragen, als die gebührende Ehr-furcht gegen die Kirche verlangt. Ich habe hier Jünglinge ohneZahl, die sich der Gnade des Hauses Leinstigen erfreuen, und jeder