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Vorsicht einer Frau, die eher an einen stillen als an einen herrsch-süchtigen Einfluß gewöhnt ist, ihrem eigentlichen Zwecke näherte.
„Niemand ist dankbarer für die große Güte und Herablassungdes Herrn Grafen gegen meinen Gatten und alle seine Angehörigen,als ich,» sagte sie. „Wenn es daher den Anschein gewinnt, alswolle ich ihn mit den Angelegenheiten einer Familie behelligen, dieer bereits so reichlich mit seiner Gunst bedacht hat-»
„Und mit seiner Freundschaft, gute Ulrica.»
„Und mit seiner Freundschaft, da Ihr mir einmal gestattet,dieses Wort zu gebrauchen, edler Graf — ich sage, wenn es jetzt denAnschein gewinnt, daß ich die Schranken einer guten Erziehungüberschreite, indem ich Euch mit einer Angelegenheit lästig falle,die so gar nichts mit Euren Interessen zu thun hat, so hoffe ich,Ihr werdet der Zärtlichkeit einer Mutter etwas zu gut halten unddabei der hochgeborenen Irmengard gedenken, deren Besorgniß fürihr eigenes Kind diejenige entschuldigen mag, die ich für das mei-nige fühle."
„Ist der blühenden Meta etwa- zugestoßen?"
„Gott behüte mich!» rief der Bürgermeister, in dem plötzlichenSchrecken eines Vaters von seinem hochgepriesenen Sitze aufsprin-gend. „Ist der Dirne vielleicht ein überfetter Rhein-Aal schlechtbekommen oder haben die verwünschten Mönche sie mit ihrer Messezu todt gesungen?"
„Unser Kind ist körperlich wohl und — die gebenedeite Jung-frau sei dafür gepriesen — auch dem Geiste nach rein und unschuldig,"erwiederte Ulrica. „In dieser beiderseitigen Hinsicht haben wir nurUrsache, dem Himmel zu danken; aber sie ist in einem Alter, inwelchem die mädchenhafte Phantasie unstet wird und der schmiegsameweibliche Geist Eindrücke von Anderen sucht, als von denen, welchenvon der Natur bas Hütcramt übertragen wurde.»
„Das ist wieder eine von deinen gewöhnlichen Unbegreiflich-keiten. gute Frau, und eine Sprache die nicht leicht Jemand außer
Tie Heidenmauer. 13