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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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ein Weib nicht immer räthlich, sich unaufgefordert auch dem eigenenGatten als Gesellschaft aufzudrängen."

Ein bedeutsamer Ausruf, der fast eine derbere Bezeichnungverdienen dürfte, war das Einzige, wodurch der Bürgermeister wäh-rend der kurzen Pause, die auf Ulrica'S Entschuldigung folgte, seineZustimmung ausdrückte. Der höflichere Wirth verbeugte sich mitAnstand; aber auch aus seinem Benehmen ging hervor, daß erungeduldig war, den eigentlichen Beweggrund der stattgehabtcnUnterbrechung kennen zu lernen.

Wir sind zu sehr erfreut, Dich bei uns zu sehen, als daß wiruns an die Gebräuche und Rechte der Männer erinnern möchten,"entgegnete der Graf leutselig, denn die gewinnenden Eigenschaftender Angeredeten übten, ohne daß er eS merkte, einen zwingendenEindruck auf ihn und milderten einigermaßen auch den hochfahrendenTon seiner Sprache.Fahre fort in Deinem Anliegen, denn Nie-mand kann bereitwilliger scpn, Dich anzuhören."

Du bemerkst, gute Ulrica, der Herr Graf ist geneigt, sich zuerinnern, daß Du die Frau des Bürgermeisters bist, und wie ervorhin zu sagen beliebte, wir sind in Wahrheit ungeduldig, zu er-fahren, was Deinen plötzlichen Besuch veranlaßt hat."

Die gedankenvolle Ulrica nahm diese Ermulhigung wie einWesen auf, welches daran gewöhnt ist, in Beziehung auf Einflußund Fassungsvermögen ihrem Gatten gegenüber als untergeordnetbehandelt zu werden, obschon sich in ihrem Antlitze ein Schattenkund gab, wie er sich wohl bei unverdienter Demüthigung auSzu-drückcn pflegt. Mit einem Lächeln und nur Wenige, sogar infrüher, anziehender Jugend, sahen so hold und anmuthig aus, wiesie, wenn ihr Gesicht in Freude oder in Trauer glühte miteinem Lächeln, in welchem sich zum Theil weibliche Zartheit, zumTheil Wehmuth aussprach, ging sie auf den Anlaß ihres Besuchsüber, obschon sie sich nur mit großer Zurückhaltung und mit der