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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Obgleich Emich in vielen Punkten, die man heutzutage selbstbei einem nicht hohen Grade der Civilisation für unerläßlich hält»nur rauh und ungebildet war, so wußte er sich doch rasch in einenCharakter zu finden; auch besaß er immerhin so viel von der Fein-heit, welche eine höhere Lebensstellung bezeichnet, als der Standdes Zeitalters und die Verhältnisse seines eigenen Landes gestatteten.Man kann keinen größeren Jrrthum begehen, als wenn man sichvorstellt, der bloße NamenSrang sey eine Bürgschaft für einen ent-sprechenden Grad von Bildung, sintemal Alles in dieser Welt nurbeziehungsweise Geltung hat, und wo der Fuß einer Säule rauhund kunstlos ist, würde ja ein Kapital von ganz anderem Slylgegen alle architektonische Ordnung verstoßen. Daher kömmt es auch,daß wir da, wo keine andern gesellige Ordnungen herrschen, als dieder Convention, so viele grellen Widersprüche zumal unter Völkernfinden, dessen Patrizier, obschon sie sich alle Mühe gegeben haben,eine ansprechende künstliche Bildung zn gewinnen, dennoch in dengroßen Wesentlichkeiten der Dcrnunft und Humanität aus dem einfa-chen Grunde mangelhaft erscheinen, weil die Wurzeln der Gesellschaft,deren üppigere Zweige sie sind, in dem Boden der Unwissenheit undHerabwürdigung treiben. Der Graf von Hartenburg halte oftgenug Gelegenheit gehabt, sich zu überzeugen, wie weit die geistigenFähigkeiten der Frau Bürgermeisterin denen ihres Gatten überlegenwaren; auch besaß er hinreichend Unterscheidungsgabe und Erfah-rung, um einzusehen, wie wichtig ihm eine solche Verbündete inFörderung seiner eigenen Plane werden mußte. In solcher Absichtalso hatte er es mit der plumpen Rüge, die sich Heinrich in seinemHochmuth erlaubte, ausgenommen und der Gattin ein Complimentgemacht, letzteres wahrscheinlich aus dem Grunde, weil er sich über-zeugt fühlte, daß die meisten Männer nicht »»gerne diejenigen lobenhören, die so vollkommen unter ihrer Gewalt stehen, als ihre Weiber.

Sintemalen es Eurer Gnaden also beliebt, Herr Graf, somag die Frau in Gottes Namen hereinkommen," antwortete Hein-