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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Heinrich, was denkst Du von dem heutigen Treiben der Möncheund von ihrem Kriegsvolke?"

Es ist augenfällig, daß ihnen der Churfürst noch immer dieStange hält; und um offen mit Euch zu sprechen, Herr Graf, dieReisigen sehen mir nicht darnach aus, als ob sie den Berg ohnemannhaften Streit aufgeben würden."

Meinst Du, Bürgermeister? Na, es wäre jammerschade,wenn Männer von erprobtem Muthe sich gegenseitig schädigen sollten bloS zum Nutzen und Vergnügen eines Haufens geschorenerMönche! Was läßt sich zu Gunsten der dreisten Ansprüche sagen,die sie festhalten, und die sowohl für mich, der ich zum Reichsadelgehöre, als für jeden «ermöglichen und angesehenen DürkheimerBürger so beleidigend sind?"

Herr Graf, sie legen großen Nachdruck auf die Kraft desHerkommens und auf den heiligen Ursprung ihrer Sendung."

Alle Achtung vor Rechten, welche durch die Zeit besiegeltwerden, denn diese ist ein Stempel, welcher auch meinen eigenengerechten Ansprüchen Gewicht verleiht; und viele Deiner Stadt-Privilegien verdanken gleichfalls dem Herkommen ihre Kraft. Zwi-schen uns aber handelt sich'S um eine Sache, die nicht aus demBrauch, sondern aus dem Mißbrauch entstanden ist, und Schandedem Manne, der Unrecht leidet, wenn er sich selbst Recht ver-schaffen kann. Setzen die Mönche Eurer Stadt noch immer wegender Abgaben zu?"

Mit anstößiger Dringlichkeit. Wenn der Sache nicht baldEinhalt gethan wird, so muß eS zu einem offenen und ungebührli-chen Streite kommen."

Ich gäbe die Jagdlust eines ganzen Winters drum, wennder Churfürst noch ein .bischen schärfer in der Klemme wäre!" riefder Graf, indem er seine Hand abermals auf das Kniee des Bür-germeisters legte und dessen Gesicht mit einer Angelegentlichkcitmusterte, welche an seinem Gefährten nicht verloren ging.Ich