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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
176
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verstehe mich nicht viel auf Höflichkeiten, sofern sie über gewöhnlichenBürgerbrauch hinausgehen, und benehme mich vielleicht in meinenAusdrücken nicht so achtungsvoll, als ich sollte, weßhalb ich ebenbitten muß, Herr Graf, den guten Willen für die That anzunehmen."

Wenn deS Kaisers Lieblingskämmcrling wärest, so könnteDir Deine Sprache keine größere Ehre machen. Dürkheim ist zwarkein Madrid, aber dennoch eine achtbare, ehrenreiche Stadt und wereinmal darin gewohnt hat, braucht weder den Römer noch den Pa-riser zu beneiden. Hier ist mein Vetter von Viederbach, ein Ritter,welchen die Vorsehung seit dem Falle der Insel RhoduS ziemlichin der Welt herumgekugelt hat; er ist nah und weit gereist, be-theuert aber täglich, daß Deine Stadt für ihren Umfang nichtihres Gleichen habe."

Menu man ins Auge faßt, daß sie keine sonderlich großeBergstadt ist, meine Herrn, so haben wir keinen Grund, über denAnblick unserer alten Mauern zu erröthen."

Nein, gewiß nicht, und Du mußt bemerkt haben, daß ich mitRücksicht aus ihren beziehungsweise» Umfang sprach. Monsieur La-touche ist ein Mann, der unmittelbar von der Hauptstadt des Kö-nigs Franz herkömmt, und er lobte erst diesen Morgen die Rein-lichkeit, den Neichthum und andere beachtenSwerlhe Dinge, die aufDeinem gut regierten und wohlhabenden Gebiete auch dem Fremd-linge auffallen müßten."

Der Bürgermeister erkannte dieses Compliment mit einer tiefenVerbeugung und einem vergnügten Blicke an, denn keine Schmei-cheleiist so greifbar, daß sic nicht willkommene Aufnahme bei denenfände, welche sich um öffentliche Auszeichnung abmühen; auch wußteEmich wohl, daß die gute Polizei und die Ordnung, welche er in seinerStadt handhabte, schwache Seiten in Heinrich FrellS Demuth waren.

Der Graf läßt mir kaum Gerechtigkeit widerfahren," ergriffder geschmeidige Abbe das Wort,denn ich habe noch manchenandern Grund zur Bewunderung gefunden. Besonders lobenswertst