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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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beabsichtigte und zu erringen hoffte. Mittlerweile bargen die beidengerüsteten Mächte, wenn nicht gelegentlich ein Ausbruch der natür-lichen Gefühle stattfand, ihre Pläne unter der Maske jener Höflichkeit,welche in der Politik von der Welt Bonhommie genannt wird.Vielleicht aber besser die freimüthigere Bezeichnung ,Arglist^ verdiente.

Der Abt war an dergleichen politische Betrachtungen gewöhnt,so daß die berührten Rücksichten in kürzerer Zeit an feinem Geistevorüberzogen, als wir zu Aufzählung derselben gebraucht haben.Jndeß war die Pause dennoch ersprießlich gewesen, denn als er dasGespräch wieder aufnahm, redete er wie ein Mann, dessen Entschei-dung die Frucht des Nachdenkens ist.

vni Deines Seelenheils willen wirst Du noch ein wenig beiuns verweilen. Gottlob," sagte er mit einer Geberde, welche vonseinen Untergebenen wohl verstanden wurde.

Tausend Dank, menschenfreundlicher und gottseliger Abt. Nächstdem zeitlichen Wohle meines Leibes liegt mir nichts so sehr amHerzen, als der künftige Zustand meiner armen Seele, und Euregnadenreichen Worte gereichen mir daher zu großem Tröste. Freilichist's nur die Seele eines armen Tropfs, aber da ich nur diese einehabe, so muß ich gebührende Sorge für sie tragen."

Eine heilsame Zucht wird Dir wohl zu Statten kommen.Brüder, führt diesen Büßer nach der Zelle."

Die auffallende Gleichgiltigkeit, mit welcher Gottlob sein Ur-theil anhörte, wäre wohl geeignet gewesen, dem Abt Anlaß zurBetrachtung zu geben, wenn ihn nicht andere Gedanken zu sehr inAnspruch genommen hätten. So aber folgte der Bauer dem Laien-bruder, ohne Widerspruch zu erheben, da er im Gegentheil die Mieneeines Mannes annahm, welcher sich durch die besondere Aufmerk-samkeit geehrt fühlte, die ihm von Seiten des Klosters zu Thcilwurde. Sein AeußereS erschien überhaupt, als sie die Richtung nachdeiii düsteren Gange einschlugen, so natürlich und ruhig, daß PaterSiegfried zu glauben begann, er habe sich in Gottlob an einen