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„Gott steh' mir bei, Kind —hoffst Du selbst dem Nothstandezu entrinnen, wenn Du so verschwenderisch bist? Doch warte —es sind ihrer Viele, und sie können sich gut in dieses Stück theilen.Kommt heran, ihr Leute. Hier ist ein Zwanziger — theilt ihn ehr-lich in zwanzig Theile und gebt dem Fremden zwei davon, denn^ gegen ihn haben wir den göttlichen Geboten zufolge die größte
Verpflichtung. Jeden von euch Thalbewohnern trifft dann ein Kreu-zer, und vergeht mir dabei die arme, alte Frau dort nicht, dieihr zurückgedrängt habt. Als Entgeld fordre ich von euch, daßihr für den Churfürsten, für die Stadt Dürkheim und für die Fa-milie Frei betet."
Mit diesen Worten ritt der Bürgermeister weiter und befandsich bald am Fuße des Limburger Berges. Der Trupp von Grund-holden, welcher zurückgeblieben war, um Zeuge von Heinrich FreiSMildthätigkeit zu seyn, und EmichS Gleichgültigkeit bei einemMann, der durch die Vorsehung so weit über die gemeinen Bedürf-nisse des Lebens erhoben worden war, nur für natürlich hielt—wollte> eben Nachfolgen, als ein Laienbruder des Klosters Einen aus dem
Haustein am Arm berührte und ihm durch ein Zeichen bedeutete,er möchte wieder in den Hof zurückkommcn.
„Man braucht Dich noch ein wenig, Freund," flüsterte derLaienbruder. „Unterhalte Dich mit den Kriegsleuten, bis sie ab-ziehen, und komm sodann in den Kreuzgang."
Ein leichtes Nicken reichte zu, um dem Laienbruder zu bedeu-ten, daß er verstanden worden war, weshalb dieser auch alsbaldwieder verschwand. Der Diener des Grafen Emich folgte dem anihn ergangenen Geheiße und schlendert« in dem Hofe umher, bisder Zweck des Abts (er wollte nämlich seinem gefährlichen Nachbar» den Schutz des Churfürsten vor Augen führen) erfüllt war und
die Arkebusiere in ihre Quartiere einrückten. Sobald der Wegfrei geworden war, schickte sich der Dienstmann des Grasen an,seiner Weisung weiter nachzukommen.