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damit küßte er die milde Ulrica ohne Umstände, worauf er dieselbe Cere-monie so plötzlich bei der Tochter wiederholte, daß beide keine Zeitgewannen, sich von ihrer Ueberraschung zu erholen. „Herr Rittervon Rhodus, man wird in dieser Angelegenheit unserer Erziehungnicht viel Zutrauen."
„Halt da, Vetter von Viederbach," sagte Emich lachend, in-dem er seinem Verwandten die Hand vorhielt. „Wir vergessenganz und gar, daß wir im Limburger Klosterhofe stehen und daßdergleichen Begrüßungen zu sehr nach der Erde schmecken, um beiden heiligen Benedictinern nicht schlimmen Anstoß zu erregen. Wirwollen aufsitzen und unsere Galanterien auf eine gelegenere Zeit»ersparen."
Mittlerweile schickte sich die ganze Gesellschaft zum Abzüge an.Obgleich der Johanniter daran verhindert worden war, das schöneMädchen zu küssen, welche sich die gleiche Freiheit so geduldig vonseinem Vetter und dem Abbe hatten gefallen lassen, säumte er dochnicht, ihr auf den Hintersitz von ihres Vaters Sattel zu helfen.Einen gleichen Dienst erwies Emich der Frau Bürgermeisterin,worauf er sein schwer gestiefeltes Bein über daS große, starkglie-derige KriegSroß warf, welches auf dem Pflaster des Hofes stampfte.Die klebrigen folgten sammt den vielen berittenen Dienern seinemBeispiele, und nachdem sie dem großen Crucisire, das in der Nähestand, ihre Ehrerbietung bezeugt hatten, trabte der ganze Zugaus dem Hofe hinaus.
klm das äußere Thor hatten sich viele neugierige Zuschauergesammelt, darunter auch ein Bettlerhaufen und mehrere Grund-holden des Grafen, welche für den Fall aufgeboten worden waren,daß der Besuch ihres Herrn in dem Kloster irgend eine Gewaltthatzur Folge haben sollte.
„Ein Almosen, großer Emich! — ein Almosen, würdiger undreicher Bürgermeister! Gottes Segen über euch beide und mögeDie Heidenmauer. 1 l