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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
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Benehmen vieler der Ordensmitglieder nicht ganz ungegrün-deterweise erhöht wurden. Aber diesem Einflüsse setzte sich in'SGeheim das Bild des Vater Arnolph entgegen, das sich der be-wegten Seele des wilden Mannes stets in dem sanften, edlenGlanze christlicher Tugend vergegenwärtigte. Emich war, ganz imWiderspruch mit seiner Neigung, außer Stande, den Eindruck der de-muthigen Menschenfreundlichkeit und Selbstverläugnuug, den einelange Bekanntschaft mit dem Mönche auf ihn gemacht und welchendas kürzlich- Gespräch nicht nur aufgefrischt, sondern noch tiefer insein Inneres eingegraben hatte aus seiner Seele zu verdrängen.Zndeß bereitete sich in dem Klosterhofe ein Schauspiel vor, welchesviel dazu beitrug, den günstigen Einfluß des Priors zu schwächen,indem cs den Stolz des Grasen in einer Weise gegen dessen bessereGefühle aufhetzte, wie es nur der bitterste Feind von Limburgwünschen konnte. Es ist bereits bemerkt worden, daß die äußereMauer der Abtei den ganzen oberen Theil des Berges umgab, aufwelchem das Kloster stand. Die Gebäude waren zwar geräumigund zahlreich; indeß bot doch der Umfang der kleinen Ebene aufdem Gipfel noch genügenden Raum für Bewegung in freier Lust.Außer den weiten Kreuzgängen, die natürlich den Charakter mönchischerAbgeschiedenheit zeigten, war hinter der Wohnung des AbtcS nochein Garten und unmittelbar vor der Kirche ein beträchtlich großerHof vorhanden. In letzterem, in welchem mehrere Gruppen vonKirchgängen zögerten, war in militärischer Ordnung ein Soldaten-trupp aufgestellt, welcher die Farben und Abzeichen des Chur-fürsten Friedrich trug. Das geheime Signal, welches Pater Bo-uisacius bei dem Eintritte des Grafen in den Chor gegeben, hattedem Nachbar diesen unwillkommenen Anblick vorbereitet.

Während sich die Bewaffneten in ernster militärischer Haltungauf ihre Hackenbüchsen stützten, waren der Ritter von RhoduS undder Abbe beschäftigt, der schönen Gattin beS Bürgermeisters vonDürkheim und ihrer kaum schöneren Tochter den Hof zu machen.