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„Und Du verachtest ihre Gräber — willst sogar ihre Ge-beine beschimpfen!"
„Das wäre nicht die Handlung eines Christen."
„Schau hieher, Graf. Dies ist das Denkmal des gutenGmich, Deines Vorfahren. Er ehrte seinen Gott und trug keinBedenken, ihn an unfern Altären anzubeten."
„Du weißt, frommer Prior, daß ich oft zu Deinen Knieenmeine Seele aufgeschlossen habe."
„Du hast gebeichtet und Lossprechung erhalten; damit Diraber nicht sogar das Sacrament zu künftigem Leide gereiche —"
„Sage lieber zu ewiger Verdammniß," unterbrach ihn eineStimme, die so Plötzlich von der hintern Seite der Gruft hertönte,daß sie aus den Gräbern selbst hervorgekommen schien. „Du treibst«in Spiel mit unsrer heiligen Sendung, hochwürdiger Prior, wennDu mit diesem argen Sünder so zart umgehst."
Der Graf von Leiningen war bei den ersten Worten dieserUnterbrechung zusammengeschreckt und beinahe ganz außer Fassunggekommen; als er aber umschaute, erblickte er die zurückweichendeStirne, das eingesunkene Auge und die gebeugte Gestalt desPater Johann.
„Mönche, ich verlasse Euch," sagte Emich mit fester Stimme.„Für euch ist's wohl recht, daß ihr betet und diese düsteren Altärebesucht; aber ich, der ich ein KricgSmann bin, kann meine Zeitnicht länger in der Gruft meiner Väter vergeuden. Lebe wohlPrior — Du hast einen Hüter, der den Guten beschützen wird."
Noch ehe der gleichfalls überraschte Prior seine Stimme wiedergewinnen konnte, schritt der Graf die Marmortreppen hinan undder Tritt seiner bewaffneten Ferse ließ sich bald klirrend von denFliesen oben vernehmen.