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Heiligthümer zu verthcidigen, vor denen ich Gott meine Anbetungbringe, und Dich vor einer verhängnißvollen Sünde zu warnen.Wenn Du je Deine Hand gegen diese Mauern erhebst, so erhebstDu sie gegen das, was Gott gesegnet hat und Gott rächen wird.Doch, Du bist nicht ohne menschliches Gefühl, Emich von Harten-burg, und obschon Du vielleicht an dem heiligen Charakter dessen,was Du gerne zerstören möchtest, zweifelst, so kannst Du Dich dochi» Betreff dieser Gräber nicht täuschen. In dieser heiligen Kapellesind für die Seelen Deiner eigenen Familienangehörigen viele Ge-bete gesprochen und Messen gelesen worden."
Der Graf von Leiningen sah den Mönch fest an, der zufälligin der Nähe der Oeffnung stand, welche die Verbindung zwischender dunkeln Kapelle und der obern Kirche herstellte. GlänzendeLichtstrahlen schossen durch das östliche Fenster und trafen zu seinenFüßen das Pflaster, indem sie zugleich seine Gestalt in den sanften,feierlichen Glanz hüllten, der ihnen von dem farbigen Glase ver-liehen wurde. Der Morgengottesdienst hatte außerdem durch dasganze Gebäude die sänftigende Atmosphäre verbreitet, welche mangewöhnlich in den Kirchen des römischen Cultur bei feierlichenHandlungen antrifft. Der Wcihrauchduft war bis in die Kapellegedrungen, und unbewußt fühlte der kriegerische Graf den Einflußdesselben in der Beruhigung seiner Nerven und in dem Einschlum-mern seiner Leidenschaften. Alle, welche die Haupt-Basilica desneueren Roms betreten haben, mußten die vereinte Wirkung mo-ralischer und physischer Ursachen in einem ähnlichen Resultate em-pfinden, wie eS sich wohl in jedem katholischen Tempel ergibt, ob-schon in jenem Ungeheuern, herrlichen Dome, welcher in seinercigenthümlichen Atmosphäre eine ganze Welt von Sinnbildern zeigt,die Wirkung besonders großartig ist.
„Hier liege» meine Väter, Arnolph," antwortete der Grafmit gedämpfter Stimme, „und hier sind, wie Du sagst, Messenfür ihre Seelen gelesen worden."