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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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landS zu reichen, und daß seine Rache eben so sicher als furchtbarsehn würde?"

Es wäre wahrhaftig ein kühner Feldzug, Herr Prior, wennEmich von Leiningeu gegen Karl V. streiten wollte. Ueberließeman die Sache meinem eigenen Gutdünken, frommer Mönch, sowürde ich mir lieber einen andern Gegner wählen."

Und doch sinnst Du auf Krieg gegen Einen, welcher mächtigerist, als er. Du erhebst Deinen unmächtigen Arm und Deinenvermessenen Willen gegen Deinen Gott. Du verachtest seine Ver-heißungen, entweihst seine Altäre und möchtest nur gar zu gerneden Tabernakel Umstürzen, den Er errichtet hat. Glaubst Du, derAllmächtige werde unthätig einer solchen Sünde zusehen? ZählstDu darauf, die ewige allgütige Weisheit werde vergessen, sie zustrafen?"

Beim heiligen Paulus, Du legst die Sache ganz für Deine»eigenen Vortheil zurecht, Vater Nrnolph, denn es ist noch nichtbewiesen, daß die Abtei Limburg einen solchen Ursprung hatund wenn es auch wäre, so kommt noch sehr in Frage, ob sie nichtin Ungnade gefallen ist durch die Ausschweifungen ihrer Bewohner.ES wäre nicht übel, wenn Du nach dem hochwürdigen Herrn Abtund nach jenen Säulen der Heiligkeit, den Vätern Kuno und Sieg-fried schicken wolltest, damit sie Dich mit ihrem Zeugniß unterstützen.Bei Gottes Weisheit, in der besagten Angelegenheit läßt sich mit diesenEhrenmännern weit besser eine Verhandlung pflegen, als mit Dir."

Emich lachte und der Widerhall schlug in der gewölbten Ka-pelle wie das Hohngelächter eines Teufels an die Ohren des Mönchs.Dennoch konnte sich Vater Arnolph in seiner natürlichen Billigkeitnicht verhehlen, daß sein Gefährte hinreichend Grund zu dem geäu-ßerten Spotte hatte, denn ihm selbst war ja seit langer Zeit dieVerderbtheit vieler seiner Ordensbrüder zum Gegenstand bitterenLeides geworden!

Ich bin nicht hier, um die Irrenden zu richten, sondern um die