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Luther. Was hast Du von mir gesehen, Herr Prior, daß einMann von Deiner christlichen Gesinnung sich »dreisten mag, einesolche Beschuldigung laut werden zu lassen?"
„Ich spreche nur aus, was Alle in unsrem Kloster denken undfürchten. Hast Du diese kirchenschänderische Unternehmung auchwohl überlegt, Emich, und die möglichen Folgen derselben bedacht? >
Weißt Du, für welchen Zweck diese heiligen Altäre errichtet wurdenund welche Hand den Grundstein des Gebäudes gelegt hat, dasDu so freventlich Umstürzen möchtest?"
„Ach, mein guter Vater Arnolph, cS gibt zweierlei Gesichts-punkte, von denen aus sich die Errichtung Deines Klosters undnamentlich dieser Kirche, in welcher wir stehen, betrachten läßt. Eineunserer Sagen behauptet, der Erzfeind selbst habe bei dem Bauseine Kelle im Spiel gehabt."
„Du bist von zu hoher Abkunft, von zu edlem Blute und zu ge-reiftem Verstände, um einem solchen Mährlein Glauben zu schenken."
„Es gibt Punkte, in die ich mich nicht allzutief einlaffenmöchte. Zch habe nicht in Prag ober Wittenberg studirt, und Du ^
solltest mir deßhalb mit derartigen Fragen nicht zu Leibe gehen.
Es wäre gut gewesen, wenn eure Brüderschaft selbst in Zeiten aufdie Anschuldigung Bedacht genommen hätte, damit die Frage füroder wider, wie es die Gerechtigkeit forderte, in der allgemeinenKirchenversammlung zu Kostnitz, wo sich die Gelehrte» und Großenunter unfern Vätern zusammenfandeu, hätte zur Entscheidung ge-bracht werden können."
Vater Arnolph betrachtete seinen Gefährten mit ernstlicherBesorgniß. Er kannte zwar nur zu gut die beklager.Swerthe Un-wissenheit und den daraus entspringenden Aberglauben, in den sogardie Großen jener Zeit verstrickt waren, um eine Aeußerung des »
Erstaunens kund zu geben, wußte aber auch recht wohl, daß demGrafen eine viel zu große Gewalt zu Gebot stand, als daß auseiner derartigen Vereinigung von Macht und Unwissenheit nicht das